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Junge Rebe muss verdorren, kommt sie neben alten Knorren

Die Vorzeichen für das Spiel ASV III vs TSV Taufkirchen/Vils konnten nicht schlechter stehen für die Stadtwaldhelden.
Hier das Factsheet:

TSV Taufkirchen-------------ASV Dachau III
Tabellenplatz 1---------------Tabellenplatz 5
Punkte: 10:0 ------------------Punkte: 6:4
Spielerkader: 14--------------Spielerkader: 8 (davon 2 TW)
Altersschnitt: 28--------------Altersschnitt: 44
Zeitstrafen: 0------------------Zeitstrafen: 8

Beim ASV standen einige der Leistungsträger wegen Krankheit, Inkontinez oder sonstigen Wehwehchen nicht zur Verfügung. Es stand nur eine Rumpftruppe auf der Platte. Sogar der Ligatorschützenkönig von 1998/99 Welli „The Wave“ wurde aus dem Seniorenheim geholt. Einige „jüngere“ Mitspieler kannten ihn nur von schwarz/weiß Fotos: „Den gibt’s wirklich???“
Die Ansprache von Durchspielertrainer Putnik begann mitreißend wie immer „Männer! Wir haben drei Jahre auf dieses Spiel hintrainiert. Wir sind nur unzureichend besetzt, aber Anstrengung bringt dir den Sieg, wenn das Talent schlafen geht! Laut unseren Scouts spielen sie eine 3-2-1 Deckung und laufen viel erste Welle. Das kann man nur unterbinden, wenn wir die Dinger reinmachen und sie keine Chance auf Konter haben!“
Derart angespornt und mit zwei Kreisläufern, die ihren Job noch zu Zeiten von Adenauer gelernt hatten, ging das Konzept von Anfang an auf. Die Dachauer übernahmen mit dem 2:3 die Führung in der ersten Halbzeit, ließen nur 1-2 Konter zu und kassierten ab der 20. Minute beim 5:10 kein Tor mehr. Dank Wulfganbang im Tor konnte man mit 5:15 in die Kabine gehen. Im Whatsappchat der Daheimgebliebenen hieß es da „Im Netz steht 5:15. Stimmt das???“. Offensichtlich hatte man nicht mit so viel Gegenwehr der Heimmannschaft gerechnet! ;-)
In der Kabine wurde zunächst das mobile Sauerstoffzelt aufgebaut. Jeder wollte mal drunter. Unterdessen mahnte Magier und Aphoristiker Putnik (bis dahin 7 seiner 10 Tore) die Geschlossenheit und den Siegeswillen an: „Leute! Der Sieg folgt immer der Hoffnung und diese dem Glauben, aber ein gefahrloser Sieg ist ein ruhmloser Triumph! Denkt daran in der zweiten Halbzeit!“
Gestärkt mit dieser Formel ging man ans Werk. Jedoch hatten einige Mitspieler bis zur 48.Minute (16:24) diese Aussage nicht ganz verinnerlicht. Punik nahm nun eine Auszeit, bei der er mit Hilfe eines einfachen Hütchenspiels die zwei Antipoden noch einmal aufwärmte: „Gefahrloser Sieg = ruhmloser Triumph!“
„Message understood!“ Ab jetzt setzte auch der Liveticker von NuLiga aus und die Website konnte erst am nächsten Tag wieder problemlos geöffnet werden. (Verschwörung?)
Nun erkannte man die Scharfsinnigkeit des Trainers. Man ließ den Gegner auf 22:26 herankommen (55. Minute), schoss das selbstgesteckte Ziel von 27 Toren und harrte der Dinge die da kommen sollten. In vier Minuten holte Taufkirchen vier Tore auf. (26/27) Dachau verlor Thätter aufgrund einer unaufgeorderten Regelfortbildung für den Schiedsrichter an die Kabine (3*2 Minuten) bei 59:47. Doch schließlich konnte die Heimmanschaft – wie es vom Regisseur dieser Scripted Realitydoku vorgesehen war– einfach nicht gewinnen (Truemanstorysyndrom) und der finale Pass wurde einfach „verpasst“!
Im Spielbericht finden sich bei der Heimmannschaft unter „Verletzungen“ unter anderem „linker kleiner Finger; rechter Daumen etc.“. Die Gäste dagegen hatten ihren Auftrag verletzungsfrei aber ganzkörperschmerzend erfüllt und wurden anschließend im Großraumsanka wieder zurück ins Männerwohnheim gebracht.
Beim abschließenden Teegelage in der Reha wurde schließlich doch noch Tacheless geredet: „Oiso so a Glück dass heid nur dee langsamen do woan, dee wo mit Hian spuin kennand, sonst hätt man des nianed gwunna!“

Mein Freund ist aus Leder.

Mölzer und Hauser im Tor, Franke 4, Wellhäuser 2, Stoschek 1, Thätter 7, Putnik 10, Pangerl 3


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flup schrieb am 05.11.2018 um 20:52:07

Saustark!
Grüße aus Schleissheim. Muss zugeben: auch mir kam der Gedanke an einen defekten Ticker. Ich hätte es besser wissen müssen. Routine trifft auf Magie... ;-)

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