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Drama in Kempten

Die ersten Herren des ASV Dachau haben am vergangenen Wochenende den Start in die Rückrunde eingeläutet und dabei seit langer Zeit endlich wieder zwei Punkte eingefahren. Beim Tabellennachbarn SG Kempten-Kottern überzeugten die Stadtwaldherren vor allem in kämpferischer Hinsicht und gewannen denkbar knapp im Allgäu (13:11;21:22).

Die Truppe um Trainer Markus Dahm war dabei den Gästen aus Dachau ein Spiel voraus, vergangenes Wochenende startete die SG aber äußerst unglücklich in die Rückrunde (17:24 vs Friedberg II). Wiedergutmachung war also angesagt und Kempten-Kottern wollte vor heimischem Publikum den Turnaround schaffen. Der ASV hingegen spielte vor vier Wochen das letzte Spiel (24:24 vs. Friedberg II) und man musste erst einmal sehen, inwieweit der Spielmodus in den Köpfen der jungen Mannschaft war. Der Start ging an den Gast (0:2), doch bereits nach wenigen Minuten sah sich der Gastgeber in Front und es war abzusehen, dass dieses Spiel vor allem durch die kämpferische Note glänzen werden würde (4:3). Aus spielerischer Hinsicht machte nämlich das harzlose Spielgerät, bedingt durch einen vorübergehenden Hallenwechsel, jegliche Spielzüge und einen schönen Spielfluss zunichte. In den Anfangsminuten wog das Spiel hin und her, ehe die SG das Ruder übernahm und sich die erste zwei-Tore-Führung erspielen konnte (8:6). In der Folge kämpfte sich aber der ASV zurück, konnte bedingt durch eine doppelte Überzahl erst ausgleichen (8:8) und anschließend sogar selbst mit zwei Toren in Führung gehen (8:10). Nach acht torlosen Minuten seitens der SG gelang auch ihnen wieder ein Treffer, kurz darauf erzielten sie dann den erneuten Ausgleich (10:10). Nach einem weiteren Unentschieden (11:11) war es nun der Gast, der sich zunächst durch eine Zeitstrafe schwächte, die man aber ohne Gegentor überstand. Doch kurz vor der Pause war Sand im Getriebe des Offensivspiels, wodurch Kempten mit einem Treffer kurz vor der Halbzeitsirene erneut auf zwei Tore Unterschied stellte und das Momentum mit in die Pause nahm (13:11).

Die Mannen um Co-Trainer Andras Csonka - Cheftrainer Martin Haider musste privat kurzfristig passen - gingen aber bei weitem nicht mit gesenkten Köpfen in die Pause, hatte man doch eine überzeugende Leistung, vor allem in kämpferischer und emotionaler Hinsicht, aufs Parkett gebracht. Im zweiten Durchgang wollte man effizienter agieren und sich für die gute Abwehrarbeit belohnen. Die Stadtwaldherren kamen frisch in den zweiten Spielabschnitt und konnten nach knapp fünf Minuten das Ergebnis wieder auf Null stellen (13:13). Anschließend musste man erneut eine Unterzahlsituation überstehen, welche die SG konsequenter nutzen konnte (15:13). Auch in der Folge waren selten alle Spieler auf der Platte, mal erwischte es einen Spieler der SG, häufiger erwischte es in dieser Phase aber den ASV, wodurch die SG den Vorsprung aufrechterhalten konnte, aber nicht weiter davonzog (16:14;17:15;18:16). Das war zum Einen der hervorragenden Abwehrarbeit geschuldet, die um jeden Zentimeter kämpfte, zum Anderen sorgte David Braun dafür, dass seine Mannschaft im Spiel blieb. Denn nach einer weiteren überstandenen Unterzahlsituation war das Spiel wieder ausgeglichen (18:18). Beide Angriffsreihen taten sich mit dem harzlosen Ball schwer, technische Fehler waren unumgänglich und mit vorangeschrittener Spielzeit merkte man auf beiden Seiten auch die Nervosität ein Stück weit an. So war das Spiel knapp zehn Minuten vor Schluss ausgeglichen (19:19), ehe die Gäste erneut in Unterzahl ein Tor vorlegten und die erste Führung im zweiten Spielabschnitt kurz darauf sogar ausbauen konnten (19:21). Fünf Minuten waren zu diesem Zeitpunkt noch zu gehen. Dass sich Kempten nicht aufgab und trotz der schwierigen Tabellensituation und der zuletzt doch eher überwiegend negativen Ergebnisse ein starkes Spiel ablieferte, war allen Beteiligten bewusst und knapp zwei Minuten vor dem Ende brachte dann Ex-Profi Elmar Romanesen mit seinem Treffer die Halle zum Beben (21:21). Ein schön herausgespielter Treffer von Maximilian Hauß brachte dann die Bank und mitgereisten Fans auf Seiten des ASV in Ekstase (21:22), eine Minute vor Schluss hatte wohl die SG das letzte Wort und den letzten Angriff. Eine unglückliche Situation brachte dann die nächste zwei-Minuten-Strafe, diesmal erwischte es ausgerechnet Abwehrchef Benedikt Hagitte. Eine Auszeit des heimischen Trainers war die Folge und die Stadtwaldherren kamen nochmal zusammen. Ein letztes kämpferisches Aufbäumen in Unterzahl war angesagt - wie konnte es anders sein. Die Abwehr stand über weite Strecken des folgenden Spielzugs gut, doch irgendwie kam ein Kemptener frei zum Abschluss. David Braun hielt diesen Ball, doch die beiden Unparteiischen zeigten zurecht auf den Punkt. Acht Sekunden vor Schluss gab es also 7m für die SG, die sich zumindest diesen einen Punkt sichern wollte, der alles in allem auch verdient gewesen wäre. Aber David Braun hatte etwas dagegen, parierte den Strafwurf und wurde anschließend von seinen Mitspielern beinahe erdrückt.

Die ersten Herren des ASV Dachau gewinnen seit langem mal wieder eine Partie und fahren im Allgäu den zweiten Sieg in einem Auswärtsspiel ein. In einem hoch emotionalen und in kämpferischer Hinsicht tollem Spiel belohnen sich die Stadtwaldherren nach einer guten Leistung endlich mit den lang ersehnten zwei Punkten. Dem Spielverlauf nach wäre ein Unentschieden der gerechtere Ausgang gewesen, doch Matchwinner David Braun im Teil der Gäste verhalf dem ASV zu einem immens wichtigen Sieg und einem gelungenen Start in die Rückrunde. Dennoch war nicht alles Gold was glänzte und so müssen die Stadtwaldherren in der kommenden Woche wieder hart arbeiten und sich auf den kommenden, unangenehmen Gegner vorbereiten, wenn am ersten Heimspieltag im Jahr 2018 der TSV München-Ost an den Stadtwald kommt. Vorbericht folgt.

Die ersten Herren des ASV Dachau bedanken sich bei den mitgereisten Fans für die tolle Unterstützung!

Für den ASV spielten: David Braun und Valentin Hagitte im Tor; Maximilian Hauß (1), Viktor Schwalbe (1), Alexander Meckl (4), Johannes Pscherer (1), Matthias Hauß (1), Finn Rohmert (3/2), Peter Menzel (6), Michael Grund (2), David Gierke (1), Benedikt Hagitte (2), Malte Kay und Ferdinand Hauß.

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