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Den längeren Atem

Die ersten Herren des ASV Dachau haben das zweite von drei Heimspielen hintereinander für sich entscheiden können und besiegten den starken Nachbarn der HSG Würm-Mitte in einem tempo- und niveaureichen Spiel am Ende verdient mit 31:29 (14:14).

Vor einer zahlreich besetzten Tribüne war es dabei dem Gastgeber vorbehalten, das erste Tor zu erzielen, ehe die Gäste ausgleichen konnten (1:1). Zunächst war das Spiel also ausgeglichen, keines der beiden Teams konnte einen größeren Vorsprung erzielen und sobald eine Mannschaft in Führung ging, glich das gegnerische Team postwendend aus (3:3). Dass die Gäste eine gestandene Landesligamannschaft ist, merkten die Stadtwaldherren in den folgenden Minuten, als man vorne mit ein paar Prozenten weniger agierte und die Gäste aber ihre Angriffe weiterhin souverän gestalten und eine erste größere Führung erzielen konnten (3:6). Der gut haltende David Braun wurde hierbei zu oft im Stich gelassen und bewahrte seine Mannschaft aber mit seinen Paraden vor einem noch größeren Rückstand. Dennoch wurde mit Christian Pröll der zweite Torhüter eingewechselt, der mit seinem vergleichsweise unterschiedlichem Torwartspiel die Gäste vor neue Aufgaben stellen sollte. Zwar konnte der Gastgeber verkürzen (4:6), doch auch der folgende Angriff der Würmer konnte nicht erfolgreich abgewehrt werden (4:7). Dies war auch das Schema der nächsten Minuten. Dachau verkürzte den Abstand und kam durch erfolgreiche Spielzüge immer wieder zum Torabschluss, aber der Deckungsverbund stand nicht so sicher wie gewohnt und man kam nach langem Kampf in der Abwehr kurz vor dem Zeitspiel den einen Schritt zu spät, der dann zum Gegentor führte (5:8;6:9;7:10). Ein gehaltener Tempogegenstoß war dann so etwas wie die Initialzündung für die Stadtwaldherren. Nicht nur in der Abwehr wurde griffiger und bissiger verteidigt, auch der Angriff kam ins Rollen und der Rückstand wurde verkürzt (9:10). Zweimal noch konnten die Würmer ihren Vorsprung auf zwei Tore ausbauen (9:11;10:12), doch auch die Zuschauer bekamen das Gefühl, dass die Truppe um Martin Haider jetzt ins Spiel gekommen und der Ausgleich eine Frage der Zeit war. Und so war der Jubel dementsprechend groß, als man wenige Augenblicke später den verdienten Ausgleich erzielen konnte (12:12). Noch war aber nicht Pause und die Gäste legten erneut ein Tor vor, was die Mannen vom Stadtwald aber erneut ausgleichen konnten (13:13). Den erneuten Rückstand egalisierten sie kurz vor der Pause und als das Unentschieden aufgrund einer doppelten Unterzahl mit Ach und Krach in die Pause gebracht wurde, war die Erleichterung sowohl auf Spieler- als auch auf Zuschauerseite groß und die zehn Minuten Pause wurden herbeigesehnt (14:14). Beide Mannschaften zeigten ein schnelles Spiel auf einem guten Landesliganiveau, was die Zuschauer zur Pause mit kräftigem Beifall honorierten.

Trainer Martin Haider erforderte absolute Wachsamkeit und noch mehr Einsatz und Disziplin in der Abwehr, um dadurch den Grundstein für eine erfolgreiche zweite Halbzeit legen zu können. Doch erstmal waren nur vier Spieler auf der Platte und gefordert, die doppelte Unterzahl einigermaßen schadlos zu überstehen. Die Gäste nutzten die sich aufbietenden Lücken im Stile einer Mannschaft, die schon lange so zusammenspielen und deren Kern sich aus jungen Spielern bildet, die vor wenigen Jahren noch Luft in der Jugend-Bundesliga schnuppern konnten. So fielen zwei schnelle Gegentore, was sich aber im Rahmen hielt (14:16). Nun ging es ähnlich weiter wie Mitte der ersten Halbzeit, die Würmer konnten eine Zwei-Tore-Führung erzielen und die Stadtwaldherren verkürzen (15:16;16:17). Dass man sich in dieser Liga absolut keine Verschnaufspause gönnen darf und jede Nachlässigkeit sofort bestraft wird, zeigte sich in den folgenden Minuten, als der Gastgeber mehrmals am Gästetorhüter scheiterte und die Würmer ihrerseits die Angriffe erfolgreich abschließen konnten und ihren Vorsprung somit ausbauten. So war zehn Minuten nach der Halbzeitpause der erste und letzte Vier-Tore-Rückstand für die Stadtwaldherren erreicht (16:20). Aber der Gastgeber fing sich überraschend schnell, legte in der Abwehr eine Schippe drauf und konterte diese Führung mit einem kleinen Lauf, der sie zurück ins Spiel und die Zuschauer auf seine Seite brachte (19:20). Zwar legten jetzt die Würmer wieder vor und gingen erneut zwei Tore in Führung (19:21;20:22), doch die Stadtwaldherren bestachen jetzt durch absolute Euphorie, nahmen den Schwung ihrer Aufholjagd mit und schafften die erste Führung seit der Anfangsphase (23:22). Der nächste Ausgleich sollte der letzte Ausgleich für die Würmer werden (23:23). Denn im Folgenden lief für den Gastgeber sowohl in der Abwehr als auch im Angriff alles zusammen und mit einem weiteren Lauf wurde der höchste Vorsprung der Partie erzielt (27:23). In dieser Phase bewies Torwarttrainer Wolfgang Deichl ein goldenes Händchen, indem er den durchaus gut haltenden Christian Pröll durch Valentin Hagitte ersetzte, der zum Matchwinner avancierte. Wenn die Abwehr was durchließ, war er zur Stelle und insgesamt gesehen waren die Torhüter das Erfolgstrio, was die Gäste mit ihrem unterschiedlichen Torwartstil immer wieder vor neue Aufgaben stellte. Die Würmer kamen zwar zweimal wieder auf, konnten verkürzen und blieben an den Stadtwaldherren dran (27:25;28:26). Auch eine erneute Drei-Tore-Führung brachte nicht die erwünschte Sicherheit (29:26), denn durch überhastete Abschlüsse konnten die Würmer wieder auf ein Tor verkürzen (29:28). Aber zwei starke und wichtige Paraden von Valentin Hagitte und daraus resultierende schnelle Gegenstöße, brachten die Stadtwaldherren endlich auf die Siegerstraße (31:28). Das letzte Tor kurz vor dem Ertönen der Schlusssirene war den Gästen vorbehalten (31:29) und so ging ein niveaureiches Spiel unter der Leitung von zwei souverän wirkenden Schiedsrichterinnen (Büttner/MTV Stadeln, Kronschnabel/TSV Lichtenau)zu Ende.

Es spielten: David Braun, Christian Pröll und Valentin Hagitte im Tor; Maxi Hauß (1), Viktor Schwalbe (5), Julian Hagitte (13/4), Matthias Fuchs (1), Marcin Szulc (5), Ferdi Hauß (1), Maxi Walk (3), Benedikt Hagitte (2), Stefan Pröll, Alexander Meckl und Kilian Schwalbe.

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