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Die Cleverness siegt

Die ersten Herren des ASV Dachau haben ihr zweites Heimspiel in der Landesliga verloren. Gegen den letztjährigen Drittplatzierten TSV Ottobeuren setzte es eine knappe 30:31 (14:15) Niederlage, die insgesamt als sehr unglücklich zu bezeichnen ist.
Das Spiel war zunächst ausgeglichen und von Nervosität geprägt, die Stadtwaldherren bestachen erneut mit einer intensiven Deckungsarbeit und machten es den Gästen von Anfang an schwer, ins Spiel zu kommen (2:2). Aggressive Abwehrarbeit und gut strukturierte Gegenangriffe sorgten in der Folge dafür, dass sich der Gastgeber erstmals etwas absetzen konnte und sich die Halle auf seine Seite zog (5:2). Die Mannen um Trainer Martin Haider strotzten nur so vor Selbstbewusstsein und brachten es zu Beginn der Partie auch auf die Platte, die Gäste mühten sich, zum Torerfolg zu kommen und im Angriff kam man mit der Deckung sehr zurecht (7:3). Ein weiterer schneller Vorstoß und die nächste vier-Tore-Führung veranlasste dann Gästecoach Fadil Kqiku zu einer Auszeit, um seine Truppe neu zu formieren und auszurichten (8:4). Und das gelang ihm mit Erfolg und seiner Mannschaft im Stile einer Spitzenmannschaft, die nicht zu Unrecht vergangene Saison knapp die Chance auf den Aufstieg in die Bayernliga verpasst hatte. Wenige Minuten nach der Auszeit von Ottobeuren kam dann die grüne Karte von Martin Haider, um den Spielfluss zu unterbrechen und nun auch seine Mannen neu aufzustellen (8:8). Danach entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, welches spielerisch und technisch bereits hoch anzusiedeln war, ein sehr gutes Niveau hatte und Lust auf mehr machte (10:10). Von nun an konnte sich keines der beiden Teams mehr absetzen, wenn Dachau mal in Führung ging, konnte Ottobeuren ausgleichen und auch wenn sich die Gäste mal eine Führung erkämpften, holten sich die Stadtwaldherren den Ausgleich oder gar die Führung zurück (13:13). Kurz vor der Pause gingen dann die Gäste wieder in Führung und die Zeit reichte nicht mehr aus, um einen vernünftigen Torabschluss zu generieren (14:15).
Sahen die zahlreich erschienenen Zuschauer in der ersten Halbzeit noch ein temporeiches Spiel auf hohem Niveau, so wurde es in der zweiten Halbzeit zu einem wahrlichen Krimi. Aber der Reihe nach. Ottobeuren kam gut aus der Kabine und konnte seine Führung ausbauen (14:16), doch die Stadtwaldherren schlugen sofort zurück und konnten das Spiel ausgleichen (16:16). Martin Haider predigte in der Halbzeitpause, weiterhin eine aggressive Abwehrarbeit an den Tag zu legen und das schnelle Spiel nach vorne zu suchen. Das gelang auch über weite Strecken, doch die Stadtwaldherren mussten sich immer wieder einem Rückstand entgegensehen und um den Ausgleich kämpfen (18:18). Auch in der Folge legten die Gäste immer ein Tor vor, aber der Gastgeber ließ sich nicht abschütteln (20:20). Beide Deckungen offenbarten jetzt teilweise zu große Lücken und so kamen zwar die Zuschauer auf ihre Kosten, beide Trainer hingegen waren alles andere als zufrieden und forderten mehr Intensität. Das Spiel erneut ausgeglichen (22:22) und als wenige Minuten später die erste Führung seit langem für die ASV-Herren auf der Tafel stand, machte sich sowohl die Bank als auch die Tribüne lautstark bemerkbar (24:23). Doch die Gäste zeigten nun ihre ganze Cleverness und Erfahrung, glichen zuerst aus, um dann nach zwei weiteren vergebenen Angriffen des Gastgebers wieder in Führung zu gehen (24:26). Der Anschluss gelang den Dachauern noch, doch weitere zwei Treffer machte es für den ASV ungleich schwerer (25:28). Ab jetzt zählte jeder Angriff und zunächst konnte man erneut verkürzen (26:28). Aber Ottobeuren präsentierte sich an dieser Stelle als der Gegner, den man erwartet hatte. Als eine clevere, abgezockte Spitzenmannschaft, die jeden Fehler der Dachauer gnadenlos bestrafte (26:30). Es folgte eine Auszeit von Trainer Martin Haider, in der er die immer noch genügend vorhandene Restspielzeit ansprach und seinen Mannen Mut zusprach. Und auch diese Auszeit sollte ihre Wirkung nicht verfehlen. Die Abwehrarbeit wurde intensiver und wenn doch mal etwas durchkam, dann war es Beute der beiden Tormänner. Ballgewinne und schnelle Angriffe waren die Folge und wenige Minuten vor Ende der Partie war das Spiel erneut ausgeglichen und die Halle glich einem Tollhaus (30:30). Sichtlich nervös wollte keines der beiden Teams einen Fehler machen, ehe es den Gästen noch ein letztes Mal gelang, zum Torerfolg zu kommen (30:31). Aber es war noch genügend Spielzeit auf der Uhr und die Stadtwaldherren schafften es einige Male, sich in eine gute Wurfposition zu bringen und freizuspielen. Doch es sollte nicht sein, denn der gut aufgelegte Gästetorhüter machte die guten Chancen zunichte und beendete die Träume des Gastgebers auf einen Punktgewinn. Die Schiedsrichter Schaarschmidt (TV Gundelfingen) und Sand (TV Lauingen) beendeten ein Spiel auf einem sehr guten Niveau und die Dachauer standen zunächst mit gesenkten Köpfen da. Aber die Erkenntnis, lange Zeit mit einer Spitzenmannschaft mitgehalten zu haben und sogar an einem, oder möglicherweise auch an zwei Punkten geschnuppert zu haben, überwiegte nach einer gewissen Zeit. Am Ende fehlte in der einen oder anderen Szene sowohl das nötige Quäntchen Glück, als auch die Cleverness und Abgezocktheit, die die Gäste in diesem Spiel mehr zeigen konnten. Erfahrung siegte dieses Mal gegen Kampf und Herz.

Es spielten: David Braun und Valentin Hagitte im Tor; Viktor Schwalbe (1), Mathias Hubrich (1), Julian Hagitte (9/2), Matthias Fuchs (16/5), Marcin Szulc (2), Benedikt Hagitte (1), Maxi Hauß, Kilian Schwalbe, Ludwig Streller, Ferdi Hauß, Maxi Walk und Stefan Pröll.

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