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Den Meister besiegt, den zweiten Platz gefestigt

Der Meister der Bayernliga kam an den Stadtwald, wollte sicherlich gewinnen und musste doch mit einer Niederlage den Rückweg antreten. Mit 28 : 23 besiegten die ASV-Damen den HSV Bergtheim. Sie bewiesen damit auch die Dominanz in der Rückrunde, in der sie als einzige Mannschaft kein Spiel verloren haben.

Den besseren Start in das Spiel hatten die Dachauer Damen, ehe sich Bergtheims Spielerinnen versahen lagen sie bereits nach vier Minuten mit 4 Toren zurück, denn Anne Gehards, Eva Walk und Nicole Vandersee waren erfogreich. Dem ersten Gegentor folgten dann noch Franziska Spatz und Simone Unger mit einenm Tempogegenstoß und Dachau führte mit 6 : 1. Aber Bergtheim nahm den Kampf an, verstärkte die Deckungsarbeit und kam nun selber zu vier Toren in Folge, es stand 6 : 5, erst in der 16. Minute dann das 7 : 5 durch Simone Unger vom Kreis, das Anspiel lieferte Franziska Spatz. Dachau kam nun wieder besser ins Spiel, doch natürlich liessen sich die Gäst nicht wirklich abhängen. Als es 11 : 7 für Dachau stand, Conny Karg war auch in der Mitte erfolgreich gewesen, da geriet Dachau in Unterzahl. Dies nutzte Bergtheim konsequent, drei schnelle Tore und der Vorsprung war fast dahin. Birgit Surauer stellte auf 12 : 10, wieder zwei Tore für Bergtheim und erstmals war das Spiel ausgeglichen. Es war Johanna Leubner, die mit einem ihrer gefühlvollen Heber die Bergtheimer Torfrau überlupfte und den 13 : 12 Pausenstand erzielte. Bevor aber die erste Halbzeit beendet war schickten die Schiedsrichter Anne Gerhards nach ihrer Wurfaktion aus vollem Lauf mit einer roten Karte vom Platz. eine sinnvolle Begründung blieben sie allerdings schuldig.

Die zweite Halbzeit begann mit Unterzahl für Dachau, doch diesmal gab es keinen Einbruch, ganz im Gegenteil, Conny Karg setzte sich in der Mitte durch, Johanna Leubner war erneut erfolgreich, der Dachauer Vorsprung war wieder beim 15 : 12 auf drei Tore angewachsen. Bis zur 43 Minute blieb es ein enges Spiel, Dachau hielt Bergtheim auf Distanz, auch wenn sie wieder einmal auf ein Tor beim 18 : 17 schrumpfte. Die letzte Viertelstunde des Spiels wurde dann doch vom Dachauer Spiel geprägt. Celina Schwaiger setzte sich in der Mitte kraftvoll durch, Tatjana Fürschke kam zu einem erfolgreichen Minieinsatz bei einem Siebenmeter, Eva Walk traf aus dem Rückraum, es waren wieder vier Tore Vorsprung. In dieser Phase setzte Dachau einem Gegentor zwei eigene Tore entgegen und schüttelte Bergtheim endgültig und entscheidend ab. Die ASV Damen agierten einfach cleverer, spielte auch lange Angriffe und bevor die wegen Zeitspiel abgepfiffen wurden, da fand dann Eva Walk die Lücke zum Torerfolg. Wie in der ersten Halbzeit setzte Johanna Leubner die Schlusspunkte, erst verwandelte sie einen Siebenmeter, dann noch ein Heber, dem die Bergtheimer Torfrau verzweifelt hinterhersah. 57 Minuten waren gespielt, es stand 28 : 20, der Sieg war eingefahren. Dass Bergtheim in den letzten zwei Minuten noch zu drei Toren kam trübte das Gesamtbild nicht.

So beendet Dachau die Saison auf einem zweiten Platz, nur zwei Punkte hinter Meister Bergtheim, hat bei 489 Gegentoren die beste Abwehr der Liga gestellt. Dass der ASV auch bayrischer Pokalsieger der Frauen ist, sei hier noch einmal erwähnt.


Stenogramm:
Zoé Chioato (TW), Vroni Marquart (TW), Birgit Surauer 1, Simone Unger 3, Celina Schwaiger 1, Anne Gerhards 2, Franziska Spatz 3, Tatjana Fürschke 1/1, Nicole Vandersee 1, Conny Karg 2, Steffi Unger 1, Alina Watzlowik, Johanna Leubner 6/1, Eva Walk 7/1

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der treue Fan schrieb am 04.05.2015 um 16:58:14

super Mädels!!!!!war eine tolle gemeinschaftliche Saison!!!

siehe auch den respektvollen homepage Bericht aus Bergtheim!
hsv-bergtheim.de

d.t.F. schrieb am 18.05.2015 um 11:51:58

Damen I: HSV Bergtheim – Kriftel 28:23 (12:9)

Happy End nach Krimi: 3. Liga – wir kommen

Als die insgesamt guten Schiedsrichter Beyer/Schulte die Partie abpfiffen, brachen alle Dämme: Ein gutes Dutzend Frauen lagen sich auf dem Spielfeld der Willi-Sauer-Halle in Bergthein in den Armen, hüpften und tanzten im Kreis, gut 60 Fans trommelten sangen und jubelten lautstark auf der kleinen Tribüne, und die ersten Anhänger stürmten den Platz: Die Damen der TuS Kriftel haben den größten Erfolg der Vereinsgeschichte perfekt gemacht – den Aufstieg in die 3. Liga. So etwas hat vor ihnen noch kein TuS-Team beim Handball geschafft, Oberliga war bisher das Höchste bei Damen und Herren. Umso größer war der Jubel nach Ende des zweiten Relegationsspiels bei Bayernliga-Meister HSV Bergtheim. So schön kann also eine Niederlage sein: Zwar deutlich verloren, nach dem klaren Sieg im Hinspiel mit 26:19 aber doch sicher aufgestiegen.

Schnell waren die Mädels nach dem ersten überschwänglichen Jubel bei ihren Fans gelandet, feierten mit ihnen in hinteren Eck der Halle, während die Bergtheimer Damen, die ebenso aufopferungsvoll gekämpft hatten, mit hängenden Köpfen in die Kabine schlichen und dem Krifteler Aufstiegstreiben sehnsuchtsvoll zuschauten. Toll auch die Geste des Hallensprechers, der den Gästen bald nach Abpfiff übers Mikro zum Sprung in die 3. Liga gratulierte. Nun fiel auch alle Anspannung von den Trainern ab – allen voran die Meistermacherin Ilka Fickinger, die in ihrer ersten Saison schon das Unmögliche möglich gemacht hatte. Sie herzte erst einmal jeden, der ihr über den Weg lief und sagte erschöpft: „Jetzt brauche ich erst einmal drei Wochen Urlaub.“ Sie kämpfte mit den Tränen, vergaß aber auch als faire Sportfrau Bergtheim nicht: „Sie haben ein großes Spiel gemacht und hätten den Aufstieg auch verdient.“ Nichtsdestotrotz überwog der Stolz, mit ihrem Team zuerst die Hessenmeisterschaft und dann den Aufstieg geschafft zu haben. Teammanagerin Silke Thielsch hob zudem die gute Vorarbeit des ehemaligen Trainers Jens Illner hervor, der Kriftel in die Oberliga und dort schon in die Spitzengruppe geführt hatte.

Der nun erreichte Aufstieg allerdings war in dem kleinen Ort bei Würzburg ein hartes Stück Arbeit. Die kleine Halle mit einer Tribüne mit nur drei Reihen war pickepackevoll. Links hinten hatten sich die vielen Gästefans mit ihren roten Shirts, Trikots und Jacken in Krifteler Farben, mit drei Fahnen (darunter die Meister- und Hessenflagge), drei Trommeln, einer Trompete und unzähligen Klatschen positioniert. Und es wurde schon vor Spielbeginn lautstark Stimmung gemacht. „Hört ihr Bergtheim, hört ihr Bergtheim. Wisst ihr noch, wisst ihr noch, 26:19, 26:19, wisst ihr noch“ oder „Hier regiert die TuS Kriftel“ hallte es in Erinnerung an das Hinspiel ständig durch die Sportarena. Das half allerdings zum Auftakt wenig. Die Gastgeberinnen zogen auf 3:0 nach vier Minuten davon, hatten also schon fast den halben Rückstand aufgeholt. Die starken Jacky von Moltke per Siebenmeter und Jana Lorenz in ihrem letzten Spiel brachen den Bann mit den ersten Toren zum 2:3. Man sollte meinen, es lief – doch das tat es noch nicht. Zu viele technische Fehler, zu viele Chancen verworfen, die Nervosität war auch verständlicherweise hoch. So hielt Bergtheim die drei Tore beim 6:3 und 7:4, bevor Kriftel eine starke Phase hatte und seinerseits dank Isabel Göbel vom Kreis mit 8:7 in Führung ging (21.). Doch auch das gab noch nicht die gewünschte Sicherheit: Die schnellen Bergtheimerinnen konterten prompt zum 10:8 und dann zum Pausenstand.

Im zweiten Abschnitt stand die Partie dann zwei Mal Spitz auf Knopf: Bergtheim lag beim 14:9 und 18:13 fünf Tore vorne, zwei Treffer hätten dem Team da noch zur Wende gefehlt. Doch nun war der Kampfgeist des Fickinger-Teams geweckt: Größer ließ man den Rückstand nicht werden, wobei sich auch der Wechsel im Tor zu Mareike Drucks in deren ebenfalls letztem Spiel auszahlte: Hinten gewann man Sicherheit zurück, vorne trafen die Torgaranten. Janine Pfuhl und Lisa Weißer hintereinander zum 15:18, dann glich Kriftel in der 50. Minute sogar zum 21:21 aus – und jetzt wusste auch der letzte Fan: Hier sollte nichts mehr schief gehen, zumal auch die mehr geworfenen Auswärtstore eine Niederlage mit sieben Treffern erlaubt hätten. Zwar raffte sich Bergtheim noch einmal auf und konterte zum 25:22 (56.), doch Janine Pfuhl beseitigte mit dem 23:25 die letzten Zweifel. Der Rest war dann nur noch Jubel pur, der sich später mit Sekt- und Bierduschen vor der Halle, einer lautstarken Bus-Heimfahrt, einem Feuerwerk an der Schwarzbachhalle und einer rauschenden Party in der Halle bis tief in die Nacht fortsetzte. Apropos: Fortsetzung folgt nächste Saison, dann beim Abenteuer 3. Liga!

Es spielten: Mareike Drucks, Hannah Weißer (Tor), Janine Pfuhl (6), Jacqueline von Moltke (6/4), Jana Lorenz (5), Karoline Ruppert, Lisa Weißer (je 2), Kristin Nietzig, Isabel Göbel (je 1), Kim Koerber, Alina Volke, Marleen Streb, Finja Seeharsch, Martina Ruchti

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