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LANDESLIGA!

Die ersten Herren des ASV Dachau haben ihr großes Ziel erreicht und sind als Meister der Bezirksoberliga Altbayern in die Landesliga aufgestiegen. In einem Spiel auf hohem Niveau setzten sich die Stadtwäldler vor einer prächtigen Kulisse von circa 600 Zuschauern gegen den ärgsten Verfolger TSV Mainburg am Ende verdient mit 27:24 durch und sicherten sich somit nach einer verlustpunktfreien Rückrunde den Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg. Erstmals seit der Saison 2005/2006, als das erste Herrenteam zuletzt in der Landesliga spielen durfte und am Ende abgestiegen war, gibt es nun also ab der kommenden Saison Landesliga-Handball im Herrenbereich am Stadtwald zu sehen, was neben dem TSV Allach, der diese Saison in die Bayernliga aufgestiegen ist, ein absoluter Gewinn nicht nur für den Verein, sondern für den gesamten Landkreis darstellt.

Dass es überhaupt zu diesem Endspiel kommen musste, war zwei starken Teams zu verdanken, die ein ungleiches Duo an der Tabellenspitze darstellten. Auf der einen Seite der Gastgeber, der ASV Dachau, der in der Hinrunde hier und da seine Schwierigkeiten hatte und dort alle seine fünf Minuspunkte, darunter ein 23:23 im Hinspiel in Mainburg, hinnehmen musste. Mit dem besten Angriff aber holte man sich jeden Einzelnen verfügbaren Punkt in der Rückrunde. Auf der anderen Seite der Gast, der TSV Mainburg, der die Vorrunde mit drei Minuspunkten als Primus abschloss, dann aber überraschend zwei Niederlagen kassierte und sich von den Stadtwäldlern überholen ließ. Mit der besten Abwehr aber blieb es bei diesen beiden Fauxpas und somit lief es seit einigen Wochen darauf hinaus, dass der Meistertitel wie schon seit vielen Jahren nichtmehr im direkten Duell der beiden führenden Teams ausgetragen werden musste.

Und das Spiel hielt was es versprach. Der Gastgeber lockte mit Freibier, die Gäste kamen mit zwei Fanbussen angereist und schon beim Aufwärmen knisterte es bedenklich. Für solche Spiele und für so eine Kulisse arbeitet man ein gutes Jahr und beide Mannschaften wollten sich natürlich nun die Krone aufsetzen. Ohne Verletzungssorgen gingen sowohl der ASV als auch der TSV in dieses Spiel und die ersten Minuten waren, wer möchte es den einzelnen Spielern verdenken, von Nervosität geprägt. Technische Fehler sowie überhastete Abschlüsse waren die Folge, doch der ASV konnte das erste Tor erzielen, kassierte aber prompt den Ausgleich (1:1). Bei jedem Tor sprang das jeweilige Fanlager auf und auch die Bank feuerte ihre Mannschaft gnadenlos an. Gänsehaut Pur. Das Spiel zunächst ausgeglichen (2:2), immernoch war die Nervosität greifbar und das Spiel torarm. Das lag aber weniger an den nicht vorhandenen Torchancen oder starken Defensivleistungen, sondern mehr an den beiden gut aufgelegten Torhütern auf beiden Seiten. Chrissi Pröll hielt, was es zu halten gab und entschärfte dazu einen 7m, doch auch sein Pendant auf der Gegenseite, Marek Slouf und dessen Partner Hannes Möser konnten jeweils einen 7m entschärfen. So war das Spiel von Kampf geprägt und dementsprechend torarm nach gespielten fünfzehn Minuten (2:3). Nun konnten die Gäste mit ihren Nerven besser umgehen, gingen mit einem, kurz darauf sogar mit zwei Toren in Führung (3:5) und hatten das Momentum wenige Augenblicke später klar auf ihrer Seite (4:7). Zwar konnten die Gastgeber nochmal verkürzen (5:7), doch zwei Tore in Folge sorgten für prächtige Stimmung im Gästeblock und sahen Trainer Frank Graf dazu veranlasst, sein Time-Out zu nehmen und seine Jungs neu einzustellen (5:9). Mit einem Torhüterwechsel und frischem Wind auf den beiden Halbpositionen stand jetzt die Abwehr sicherer und mit einem der berüchtigten Läufe waren die Stadtwäldler voll da. Maxi Walk (4) war erstmal nicht zu bremsen und zeigte starke Aktionen im Angriff, Benedikt Hagitte hielt seinen direkten Gegenspieler in der Abwehr in Schach und stabilisierte so mit dem eingewechselten Penk die Abwehr (9:9). Der direkte Gegenspieler war Jan Klaus (7), der in der ersten Halbzeit für Furore sorgte und mit seinem Pendant auf der linken Angriffsseite Thomas Voves (7/2) die Mainburger anführte. Dieser Lauf brachte auch die Zuschauer wieder ins Spiel und beide Teams hielten sich die Waage, ehe der Gastgeber erstmals seit dem 1:0 wieder in Führung gehen konnte (11:10). Nach dem sofortigen Ausgleich (11:11) hatten die Mannen vom Stadtwald nun 25 Sekunden Zeit um den Angriff auszuspielen und die Überzahl zu nutzen, um mit einer Führung in die Pause zu gehen. Doch ein schludriger Ballverlust sorgte für einen schnellen Tempogegenstoß und die Gästeführung (11:12). Wer aber nun gedacht hat, dass das Spiel so in die Pause ging, sah sich getäuscht, denn gedankenschnell wurde der Ball zur Mittellinie gepasst und Matthias Hauß knallte mit dem Anwurf den Ball pünktlich zur Pausensirene in die Maschen zum erneuten Ausgleich (12:12).

Die Zuschauer kamen also in den ersten dreißig Minuten schon voll auf ihre Kosten und sahen ein dem Rahmen würdiges Endspiel. Ein unverändertes Bild zeigte sich auch nach der Pause, die eine Mannschaft konnte vorlegen, die andere nachziehen (14:14). Auch wenige Angriffe später immernoch Remis (15:15), ehe auch Michael Penk im Tor Fahrt aufnehmen konnte, einige wichtige Bälle parierte und vorne vor allem über den Rechtsaußen Ferdi Hauß (4) eingenetzt werden konnte. So erspielte sich der Gastgeber erneut einen Lauf und sah sich das erste Mal deutlicher in Führung (18:15). Jetzt kam das Team um Trainer Frank Graf ein wenig ins Schludern, spielte nichtmehr so konsequent und was das bedeutet, ist in dieser Liga in der Spitzengruppe abzusehen. Über knappe Zwischenstände (18:16; 19:17) konnten die Mainburger ihrerseits einen Lauf starten und das Spiel erneut ausgleichen (19:19). Doch schon hier war zu erkennen, dass die Gäste wesentlich mehr für ihr Tor ackern mussten als die Stadtwäldler. Das Spiel war nun wieder auf Messers Schneide, jede Aktion musste wohlbedacht ausgeführt, jeder Torwurf äußerst platziert und mit einer Präzision abgefeuert und die technischen Fehler in dieser heißen Phase abgestellt werden, um das Spiel nach Hause zu bringen. Theoretisch genügte ja auch ein Unentschieden für den Gastgeber, doch darauf wollte sich niemand verlassen. So ging das Spiel wieder hin und her (21:20), ehe es die Stadtwäldler erneut schafften, sich einen kleinen Vorsprung herauszuspielen (23:20). Benedikt Hagitte (3) hielt seinen Gegenspieler die komplette zweite Halbzeit in Schach, Michael Penk war nun auf Betriebstemperatur und Julian Hagitte (5) sorgte mit zwei schnellen Treffern für eine kleine Vorentscheidung gut acht Minuten vor Schluss (25:20). Dieser Abstand konnte zunächst gehalten werden (26:21) und im Angesicht des sicheren Sieges ging man nun etwas weniger konzentriert zur Sache und wurde sofort bestraft (26:23). Doch ein wirkliches Aufbäumen der Gäste war nichtmehr zu erkennen, das Spiel eine Minute vor Schluss entschieden und die Halle stand Kopf. Jeder, der Sympathien für die Heimmannschaft pflegte, stand die letzten Minuten auf der Tribüne und peitschten die Stadtwäldler zum Sieg. Beiden Teams gelang noch ein Treffer und so wurde das Spiel nach hart umkämpften sechzig Minuten von der Sirene beendet (27:24). Der Jubel kannte selbstverständlich keine Grenzen, die Mannen von Trainer Frank Graf hatten es nach seiner fünfjährigen Trainertätigkeit und insgesamt neunjähriger Abstinenz nun endlich geschafft, ihrem Trainer das so heiß ersehnte Abschiedsgeschenk zu machen und sich für die lange Arbeit zu belohnen. Nicht zuletzt stand man in den letzten Spielzeiten am Ende immer sehr weit oben, doch für den ganz großen Wurf hat es teilweise ganz knapp nicht gereicht. Dieses vor der Saison auserkorene Ziel hat man dank einer starken mannschaftlichen Geschlossenheit und ohne größere Verletzungssorgen und, mit Blick auf die Saison gesehen, auch absolut verdient erreicht.

Ein großer Dank geht an die beiden Schiedsrichter Niederlöhner/König, die dem Rahmen des Spiels entsprechend eine absolut würdige und hervorragende Leistung aufs Parkett brachten. Hier muss man auch Lob an die Gäste aussprechen, die sich als der erwartet schwere Gegner präsentierten und einen heißen Kampf lieferten, am Ende aber absolut fair gratulierten. Chapeau!

Der größte Dank aber geht an die vielen Fans, die trotz herrlichen Wetters den Weg in die Georg-Scherer-Halle gefunden haben und ebenjene bis auf den letzten Platz ausfüllten. Das ist für die Spieler der größte Zuspruch, den man bekommen kann und verschafft eine absolute Gänsehaut. Vielen Dank für die tolle Stimmung, die Fahrten zu den Auswärtsspielen, vielen Dank an alle Helfer und für eine grandiose Saison, die gekrönt werden konnte. Auf ein Neues in der Spielzeit 2015/2016, wenn es auch am Stadtwald im Herrenbereich wieder heißt: LANDESLIGA!

Für den ASV spielten: Michael Penk und Christian Pröll im Tor; Maximilian Hauß (1), Viktor Schwalbe (1), Rene Sperrer (3/1), Julian Hagitte (5), Matthias Fuchs (2), Kilian Schwalbe (1), Ferdinand Hauß (4), Maximilian Walk (4), Matthias Hauß (3), Benedikt Hagitte (3), Tobias Bärsch und Christoph Heumann.

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Bernd schrieb am 21.04.2015 um 12:39:28

Super Leistung Jungs und tolles und verdientes Abschiedsgeschenk für Euren Coach ! Freut mich sehr lieber Frank !!!!

Martin schrieb am 21.04.2015 um 15:39:52

War ein klasse Spiel und Werbung für den Handball. Tolle Fans aus beiden Lagern machten das Spiel zu einem echten Showdown. Gratulation auch an Mainburg zu diesen Fans und zu einer fairen Mannschaft

Frank schrieb am 23.04.2015 um 18:50:21

Vielen Dank für Eure Glückwünsche !
Gruß, Frank

Ving schrieb am 16.02.2017 um 04:43:03

Whoever edits and pulebshis these articles really knows what they're doing.

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