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Mehr Mühe als erwartet

Den zweiten Damen und vierten Herren hat es die erste Herrenmannschaft des ASV gleichgetan und ihr Heimspiel gegen den MTV Pfaffenhofen mit 37:34 (15:18) gewonnen. Nach einer äußerst durchwachsenen Partie setzte sich am Ende die individuelle Klasse des Tabellenführers durch gegen eine Mannschaft, die zwar punktlos am Tabellenende steht, aber in dieser Partie wohl ihr bestes Saisonspiel ablieferte.

Tabellenführer vs. Tabellenschlusslicht. Bester Angriff vs. Schlechteste Abwehr. Die Vorzeichen waren vor dem Spiel klar, und wie es in anderen Ligen sowie in anderen Sportarten passiert und legitim ist, sollte sich auch in dieser Partie wieder herausstellen, dass solche Spiele sehr undankbar sind. Die Truppe um Trainer Frank Graf vollbesetzt, lediglich die beiden angeschlagenen Spieler Tobias Bärsch (Auge) und Christoph Heumann (Rücken) nicht spielbereit. Nach den letzten schwierigen Partien steht eine durchgemischte Startformation auf der Platte, die so selten zusammen gespielt und trainiert hat. Aber es geht ja gegen den Tabellenletzten, man wollte ein Statement setzen und in diesem Spiel Dinge ausprobieren, die sonst in dieser ausgeglichenen Liga nicht möglich sind. Mental nicht ganz auf der Höhe entwickelte sich dann in der ersten Halbzeit ein Spiel, das so wohl niemand erwartet hatte und aufzeigt, dass man gegen keinen Gegner nachlässig werden und keine hundert Prozent geben darf. Schnell in Rückstand nämlich (0:2, 1:3, 2:5), präsentierte sich dem Gastgeber eine Pfaffenhofener Mannschaft, die jedes Tor frenetisch bejubelte und um jeden Ball kämpfte. Sichtlich erstaunt traten die Stadtwäldler verunsichert auf, trafen vorne wie hinten schlechte Entscheidungen und die neuformierte Abwehr zeigte häufig so große Lücken, dass der gegnerische Spieler zwei Meter links und rechts Platz hatte und unbeschwert einnetzen konnte (3:6). Das Zusammenspiel funktionierte nicht und man fand lange nicht rein in die Partie (5:7). Zwei erfolgreich verteidigte Angriffe und schon war man zwar wieder dran (7:7), doch die nächsten Minuten zeigten erneut das auf, was vorher schon beschrieben wurde. Hinzu kam, dass der heimische Torhüter keinen Ball zu fassen bekam, und wenn doch, kam der Abpraller erneut zum Gästespieler, der im zweiten Versuch traf. In solchen Situationen zeigt sich, was mit Wille und Motivation alles möglich ist, und schon waren die Gäste enteilt (7:12). Eine Auszeit und die ersten Wechsel halfen zunächst wenig (8:13) und angeführt vom bärenstarken Gästespieler Steve Göthel (12/1) und dem wendigen Christian Haslaver (7/2) war wenige Augenblicke später der höchste Abstand beider Mannschaften erreicht (9:15). Im Angriff schoss man den gegnerischen Torhüter regelrecht warm und hinten half auch eine Umstellung auf die 5-1 Abwehr nichts, zunächst konnte man nur um ein Tor verkürzen (12:17). Maxi Walk mit schönen Toren aus dem Rückraum (7) inklusive einem Treffer mit dem Ertönen der Pausensirene sowie Benedikt Hagitte mit starken Einzelaktionen war es zu verdanken, dass die Führung der Gäste bis zur Pause schmolz und man zumindest mit einem halben blauen Auge in die Kabinen ging (15:18). Zwar war man sich in besagter Kabine über die eigene Leistung bewusst und ja, es war die bisher schlechteste erste Halbzeit der Saison, aber dennoch war man sich auch darüber im Klaren, dass noch lange dreißig Minuten zu spielen sind und drei Tore im Handball sehr schnell aufgeholt werden können. So auch deren vier, denn Pfaffenhofen war es vorbehalten die zweite Halbzeit mit einem Treffer zu eröffnen (15:19). Zu was man eigentlich zu leisten imstande sein kann zeigten die Stadtwäldler ihren Zuschauern in den folgenden Minuten, denn dort endlich fand man zu seinem Spiel und zu den Fähigkeiten zurück, die die Mannschaft ausmachen. Eine bissige Abwehr forcierte immer wieder Ballverluste und durch schnell vorgetragene Angriffe oder Tempo-Gegenstöße erzielte man fünf Tore in Folge und ging das erste Mal überhaupt in diesem Spiel in Führung (20:19). Hier zeigte sich der agile Chris Dück als treffsicher (5) und auch der angeschlagen in die Partie gegangene Spielmacher Matthias Fuchs (Grippe) kam zu einfachen Toren (9/1). Doch die Gäste waren weiterhin gewillt, die ersten Punkte der Saison einzufahren und jeder Einzelne wusste auch, dass da in diesem Spiel etwas drin ist. So blieben sie dran, fanden auf ein Tor der Dachauer immer eine Antwort (21:21). Auch die erste Zwei-Tore-Führung im Anschluss brachte keine Sicherheit ins Spiel und wenig später waren die Gäste erneut vorne (24:25). In dieser Phase blieb das Spiel ausgeglichen, keine Mannschaft fand wirklichen Zugriff auf die gegnerischen Offensivreihen und auch beide Torhüter bekamen keine Hand an den Ball (28:28). Der Gastgeber spielerisch wenig überzeugend, kam aber über den Kampf rein und zeigte sich in dieser Kategorie unerbittlich. Infolgedessen waren es zum zweiten Mal zwei Tore Vorsprung (30:28). Die Gäste kämpferisch aber auf derselben Höhe, ließen sich nicht abschütteln und verkürzten zunächst auf ein Tor, bis der erneute Ausgleich geschafft war (32:32). Dem folgenden Lauf des Gastgebers, bei dem jetzt auch Matze Schäfer im Tor endlich den einen oder anderen Ball hielt, hatten die Gäste aber dann nichts mehr entgegenzusetzen (35:32) und wenige Momente später war der Heimsieg in trockenen Tüchern (37:33). Aber irgendwie auch passend zum Spiel gab es zum Schluss noch die Kehrtwende zum Ende der ersten Halbzeit, diesmal netzte ein Pfaffenhofener mit dem Schlusspfiff der beiden jungen, aber sehr souveränen Schiedsrichter vom TSV Gilching zum Endstand ein (37:34). Mund abputzen, die zwei Punkte mitnehmen, weitermachen. Das ist und kann nur die einzige Devise sein, die dieses Spiel hergibt. Das Schlusslicht, das nichts zu verlieren hatte, liefert dem Tabellenführer einen aufopferungsvollen Kampf und belohnt sich am Ende nicht für die beste Saisonleistung. Der Gastgeber dagegen heimst zwei wertvolle Punkte ein und wird sich aber fragen müssen, warum man dieses Spiel so spannend machte und nicht mit der Lockerheit eines Spitzenreiters zu Werke ging. 'Ein Pferd springt nur so hoch wie es muss' trifft es vielleicht auch ganz gut, noch etwas fürs Phrasenschwein. Der nächste Gegner heißt HSG Freising-Neufahrn und wird mit derselben Einstellung ein anderes Kaliber sein.

Für den ASV spielten: Michael Penk und Matthias Schäfer im Tor; Maxi Hauß (2), Viktor Schwalbe (4), Stefan Pröll (1), Rene Sperrer (3), Julian Hagitte (1), Chris Dück (5), Matthias Fuchs (9/1), Kilian Schwalbe (1), Ferdi Hauß (1), Maxi Walk (7), Matthias Hauß (2/2), Benedikt Hagitte (1).

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