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Er fehlt uns

Sommer 1989, die Vorbereitung auf die neue Saison läuft. Im Training wird immer wieder getuschelt. Mal jammert einer gar, der andere schimpft. „Der langt ganz schön hin“, sagen sie. Kein Wunder. Immerhin kommt der Neue aus der Regionalliga. Ein Schrank von 1,93 Metern, Schnauzbart, 28 Jahre jung. In der Abwehr bärenstark, im Angriff kaum aufzuhalten – das war Edi Irl. Endlich hatten wir ihn weich geklopft und vom TSV München Ost zum ASV gelockt. Fast zehn Jahre lang war Edi einer der herausragenden Akteure der ersten Männermannschaft. In dieser Zeit lernten wir den Sportsmann und den Menschen Edi Irl kennen – und schätzen. Er war ein Freund geworden, ein echter Freund, auf den immer Verlass war. Am vergangenen Freitag nun mussten wir uns von ihm verabschieden. Edis Herz hat einfach aufgehört zu schlagen. Er wurde nur 53 Jahre alt.

Viele Weggefährten kamen, um Servus zu sagen. Um seiner Mutter Lisa, seiner Tochter Corina und seiner Lebensgefährtin Sigrid das Gefühl zu geben, in ihrer Trauer und in ihrem Schmerz nicht alleine zu sein.
Das Abschiednehmen tat weh. Es war aber auch mit vielen Erinnerungen verbunden.


Erinnerungen an den Spieler Edi Irl:

...der in Burghausen die Halbzeitansprache verpasste, weil er sich derweil auf der Tribüne mit einem Zuschauer zoffte, der ihn übel beleidigt hatte;

...der sich auf dem letzten Turnier in Dillingen mit Haxe nach durchzechter Nacht gleich zum Frühstück wieder eine Maß Bier bestellte, weil die Schlange beim Kaffee viel zu lang war;

...der immer auf Kroatisch fluchte, wenn es nicht so lief wie er sich das vorstellte. Keiner verstand ihn, doch jeder wusste: jetzt ist er stinkig;

...der den Schlachtruf von der dreifachen Bratwurst erfunden hat;

...der dem Schneider Heinz im Training androhte, ihm die 60er-Mütze vom Kopf zu schießen, wenn er sie nicht abnimmt, der blaue Zipfel.


Erinnerungen an den leidenschaftlichen Fischer Edi Irl:

...der in Eisolzried einen Weiher gepachtet hatte und zu seinem 30. Geburtstag Steckerlfisch mit Knoblauch satt servierte. Apropos Knoblauch. Den verfütterte er auch an seine Enten, damit die bis zum Schlachten schon von innen richtig gewürzt sind. Und da sind wir beim leidenschaftlichen Koch Edi Irl, dessen Leibspeise ein g’scheiter Entenbraten war.


Erinnerungen an den Freund Edi Irl:

...der immer für alle da war;

...der immer geholfen hat, wenn er konnte;

...der immer ein verschmitztes Lächeln im Gesicht hatte;

...der immer für einen trockenen Spruch gut war; ...und der die Handball-Gruppenreisen in die Türkei so liebte – besonders das tägliche „Russen-Nussen“ beim Wasserball.


Er fehlt uns.

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Infinity schrieb am 15.10.2016 um 09:27:37

Hi Kiersten! Thanks so much for the giveaway! To reward myself for winning NaNoWrimo 2012 I preordered Opal by Jennifer L Armentrout, bought Reached by Ally Condie, Days of Blood and Starlight by Laini Taylor, The Mark of Athena by Rick Riordan , and The Crimson Crown by Cinda Williams Chima. Also, can I just saw how refreshing it is to be rewarded for buying myself books? ;)I loved your Paocnrrmalay series and can't wait for the release of Mind Games! Any chance you'll be stopping by Utah after its publication? :) :) :)

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