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Faden verloren

Die ersten Herren des ASV Dachau haben ihr vorletztes Auswärtsspiel beim TSV Niederraunau nach einer sehr guten ersten Halbzeit noch in den Sand gesetzt und beim heimstarken TSV eine am Ende zu hohe Niederlage einstecken müssen (14:16;31:25).

Die Truppe um Trainer Udo Mesch hatte so ihre Probleme in die Saison zu kommen, als der Motor dann aber einmal ins Rollen kam, konnte der Gastgeber gegen jeden Gegner bestehen und arbeitete sich damit nach und nach aus dem Tabellenkeller. Im Heimspiel gegen den ASV wollte man den letzten Schritt tun und den Klassenerhalt dingfest machen, dementsprechend gingen die Raunauer auch hochmotiviert in das Duell gegen den Tabellennachbarn. Vor einer tollen Kulisse kamen beide Mannschaften schnell in die Partie, die vielen Zuschauer sahen eine ausgeglichene Anfangsphase (2:2;5:5). Dann rührte der Gast in der Defensive erstmals Beton an, was den TSV vor erhebliche Probleme stellte. Da das Angriffsspiel dadurch ebenfalls profitieren konnte, zog der ASV in den folgenden Minuten auf fünf Tore davon (5:10). Das schnelle Umschaltspiel funktionierte, die Abwehrreihe stand weiterhin kompakt und auch die beiden Torhüter konnten sich in den ersten dreißig Minuten das eine oder andere Mal auszeichnen, wodurch die Stadtwaldherren diesen Vorsprung auch die nächsten zehn Minuten noch aufrechterhalten konnten (7:12;9:14;11:16). Aus unerfindlichen Gründen kam kurz vor der Pause der Schlendrian ins Spiel der Gäste, die Abschlüsse wurden nicht mehr so hochprozentig abgeschlossen wie zuvor, das schnelle Umschalten fand weniger statt und das Rückzugsverhalten hatte ebenfalls bessere Tage gesehen. Diese Tatsachen und elf technische Fehler bereits in der ersten Halbzeit sorgten für den Halbzeitstand (14:16), der aus Sicht der Gäste höher hätte ausfallen müssen.

Die Mannen um Trainer Martin Haider konnten aber dennoch sehr zufrieden sein, denn man hatte in den ersten dreißig Minuten ein gutes Auswärtsspiel gezeigt und war in vielen Belangen überlegen. Lediglich die technischen Fehler und einige Unkonzentriertheiten sorgten für diesen Zwischenstand. Man wusste aber auch, dass die Raunauer - angefeuert von ihren frenetischen Fans - voller Konzentration und Motivation aus der Kabine kommen und knallharte dreißig Minuten folgen würden. Das Momentum aus der ersten Halbzeit nahm der Gastgeber dann auch mit in den zweiten Spielabschnitt, konnte das Spiel erst ausgleichen (17:17) und kurz darauf auch das erste Mal seit der Anfangsphase in Führung gehen (18:17). Der ASV blieb zwar dran (20:19), aber man hatte bereits nach zehn Minuten im zweiten Durchgang das Gefühl, dass sich die Vorzeichen gedreht hatten und das Spiel aus Sicht des ASV in die falsche Richtung lief. Wenige Minuten später und vier Gegentore in Folge war man dann nämlich die Mannschaft, die fünf Treffer in Rückstand geraten war (24:19). Das lag zum Einen an einer Raunauer Mannschaft, die sich in einen kleinen Rausch gespielt hatte und jede Unachtsamkeit bestrafte. Das lag zum Anderen aber auch den Gästen, die sich mit ihren technischen Fehlern weiterhin selbst aus der Bahn warfen und noch dazu ihre vielen Chancen leichtfertig liegen ließen. Natürlich war es noch nicht der Zeitpunkt, das Spiel aufzugeben (26:22), aber die Leichtigkeit ging verloren und man musste sich im Angriff gehörig strecken, um zum Torerfolg zu kommen. Die beiden Schiedsrichter, die insgesamt gesehen eine souveräne Leistung boten, taten dann noch ihr Übriges, indem sie die vielen 50:50 Entscheidungen, die irgendwo in der ersten Halbzeit noch pro ASV gepfiffen wurden, contra ASV auslegten, was die Aufholjagd beinahe unmöglich machte. So war es der TSV, der mit drei Treffern in Serie den Deckel drauf machte (29:22). Die letzten Minuten trudelte das Spiel dann aus und der TSV Niederraunau feierte anschließend den Klassenerhalt nach einem Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten (31:25).

Die ersten Herren des ASV Dachau kassierten am vergangenen Wochenende also die nächste Auswärtsniederlage und stecken weiterhin mittendrin im Abstiegskampf. Nach einer sehr guten Halbzeit in Niederraunau verloren die Stadtwaldherren zu Beginn des zweiten Durchgangs den Faden, ließen sich womöglich von der hitzigen Atmosphäre anstecken und verloren jegliche Ruhe in ihrem Spiel. Die ganze Hektik tat dem Spiel des ASV nicht gut, der nicht mehr so befreit aufspielen konnte und trotz vieler Chancen schnell den Anschluss verlor. Am Ende geht die Niederlage so in Ordnung, auch wenn sie zu hoch ausgefallen war, da der Gast vor allem in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft war und sich das Leben dann durch viel zu viele Unkonzentriertheiten und mangelhafte Abschlüsse selbst schwer machte. Für die Stadtwaldherren heißt es jetzt so schnell wie möglich Mund abwischen, den Fokus neu setzen und sich mit allem, was man hat, auf das Spiel gegen den TSV Friedberg II vorzubereiten. Dieses vorletzte Spiel der Saison darf gewissermaßen schon als Endspiel bezeichnet werden, denn kommenden Samstag treffen die beiden punktgleichen Mannschaften der Liga aufeinander, die vorerst wohl den letzten direkten Abstiegsplatz untereinander ausmachen werden. Vorbericht folgt.

Für den ASV spielten: David Braun und Valentin Hagitte im Tor; Viktor Schwalbe (2), Tobias Urban (1/1), David Gierke (2), Ferdinand Hauß (2/1), Finn Rohmert (6/1), Peter Menzel (3), Quirin Westermaier (5), Benedikt Hagitte (4), Maximilian Hauß, Johannes Pscherer, Matthias Hauß und Michael Grund.

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