Banner

Bittere Pille im Allgäu

Die ersten Herren des ASV Dachau haben ihr Auswärtsspiel in Immenstadt verloren und sind ohne Punkte aus dem Allgäu zurückgekehrt. Nach einem überwiegend ausgeglichenen Spiel, das die Gäste über weite Strecken bestimmen konnten, musste man sich am Ende denkbar knapp geschlagen geben (13:15;26:25).

Die Truppe um Trainer Matthias Tillig, der nach einem Trainerwechsel nun das zweite Spiel zu betreuen hatte, wollte den Aufwärtstrend in heimischer Halle fortsetzen und sich im Abstiegskampf Luft verschaffen. Der Start gelang dem Gastgeber etwas besser, der fokussiert agierte und sich mit schnellen Toren eine erste Führung erspielen konnte (3:1). Aber auch die Gäste verschafften sich dann Gehorsam, glichen erst aus (3:3) und gingen ihrerseits in Front (3:4). Die Gäste aus Dachau wollten in Immenstadt den Trend der vergangenen Wochen fortsetzen, das gute, aber erfolglose Spiel gegen den Spitzenreiter aus Eichenau (26:27) sollte in Vergessenheit geraten und im Duell zweier Tabellennachbarn deutete vieles auf ein spannendes Spiel hin. Zunächst blieb es ausgeglichen (5:5), ehe der TVI mit drei schnellen Toren die erste, etwas größere Führung herausspielen konnte (8:5). Bereits zu diesem Zeitpunkt bewiesen die Stadtwaldherren aber die neu gewonnene Mentalität, legten in der Abwehrarbeit einen Zahn zu und dieser führte zu einem Lauf, der ihnen die nächste Führung besorgte (8:9). In dieser Phase waren es die Gäste, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten, mit schnellen Vorstößen zu überzeugen wussten und die Nachlässigkeiten in der Immenstadter Defensive eiskalt auszunutzen wussten (10:13). Gegen Ende der ersten Halbzeit ließen die Gäste aber etwas nach, wodurch der TVI vor dem Pausenpfiff noch verkürzen konnte (13:15).

Die Mannen um Trainer Martin Haider spielten keine fehlerfreie, aber eine gute erste Halbzeit als Auswärtsmannschaft und waren die spielbestimmende Mannschaft. Gelegentlich ließ man die Zügel etwas schleifen, jeder nicht mit vollem Einsatz geworfene Ball landete in den Händen des Torhüters und in der Halbzeitpause wurden diese Dinge angesprochen. Jeder wusste, dass weitere, harte dreißig Minuten zu gehen waren und man sich keine Schwächephase leisten durfte.

Voll fokussiert und konzentriert kam man aus den Katakomben, die Abwehr kämpfte im Verbund um jeden Zentimeter und sobald man das schnelle Spiel nach vorne forcierte, konnte man die sich ergebenen Lücken konsequent ausnutzen (15:19). Der Gastgeber ließ sich zwar nicht abschütteln (17:19), aber der ASV hatte fast immer eine Antwort parat (17:21). Dass man über sechzig Minuten nicht immer dasselbe Niveau halten kann und es vor allem auswärts schwierig ist, gegen die Halle und ein möglicherweise aufkommendes Momentum anzukommen, zeigte sich in den folgenden Sequenzen, als die Gäste - völlig unnötigerweise - den einen oder anderen technischen Fehler zu viel begingen und der Gastgeber auf einmal auf ein Tor dran war (20:21). Der ASV fing sich dann zwar schnell wieder, aber irgendwie war doch der Murks drin und das Spiel, was vorher durch schnell vorgetragene Angriffe und schön herausgespielte Tore noch anzusehen war, glich gut zehn Minuten vor dem Ende nur noch einem Kampf (23:23). Die Stadtwaldherren ließen sich von dem langsamen Spiel des TVI einlullen, erneut bekam man viel zu häufig bei drohendem Zeitspiel noch einen völlig unnötigen Gegentreffer. Kurze Zeit konnte man den Vorsprung noch halten (23:24), mit zwei Treffern in Folge - erneut bedingt durch Abspielfehler auf Seiten des ASV - ging der TV Immenstadt kurz darauf aber das erste Mal in der zweiten Halbzeit in Führung (25:24). Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten (25:25) und bei verbleibenden drei Minuten Restspielzeit bahnte sich das dritte Drama hintereinander an. Zweieinhalb Minuten vor Schluss ging der TVI das zweite Mal in der zweiten Halbzeit in Führung (26:25), am Ende sollte dieser Treffer der letzte Treffer an diesem Tag sein. Denn obwohl noch genügend Zeit auf der Uhr war, verzettelte man sich im Angriff in überhasteten Aktionen und leistete sich einen Abspielfehler, wodurch der Sieg außer Reichweite kam. Sekunden vor dem Ende hatte man in Überzahl den letzten Angriff und konnte eine gute Chance herausspielen, die aber völlig freistehend vom gegnerischen Torhüter zunichte gemacht wurde, wodurch die Gäste mit gesenkten Köpfen in der Halle standen und nicht so recht wussten, warum sie dieses Spiel noch aus der Hand gegeben hatten.

Die ersten Herren verlieren also das Spiel zweier Tabellennachbarn und müssen zum heutigen Gegner jetzt zumindest etwas abreißen lassen. Die Stadtwaldherren konnten nicht so ganz an das Leistungsniveau der vergangenen Spiele anknüpfen, dominierten dieses Spiel aber dennoch und müssen sich an die eigene Nase fassen, da man aufgrund eigener Fehler und Nachlässigkeiten den Sack nicht eher zumachen konnte und den Gegner zurück ins Spiel kommen ließ. Die Stadtwaldherren müssen jetzt die Köpfe aufrichten und nach vorne blicken, die Trainingswoche nutzen und in den zwei verbliebenen Spielen vor der Osterpause punkten, bevor es anschließend in die entscheidenden Wochen der Landesligasaison geht. Die kommenden drei Gegner heißen dabei TSV Allach 09 (Platz 3), HSG Würm-Mitte (Platz 2) und HSG Dietmannsried-Altusried (Platz 4), was die Aufgabe natürlich nicht leichter macht. Aber da Derbys bekanntlich ihre eigenen Gesetze haben, gilt es jetzt erst einmal, den Fokus voll auf den nächsten Samstag zu richten, wenn der Nachbar aus Allach an den Stadtwald kommt. Vorbericht folgt.

Ein großer Dank geht an die handvoll mitgereisten Fans aus dem Dachauer Lager, die uns fleißig angefeuert haben.

Für den ASV spielten: David Braun und Valentin Hagitte im Tor; Maximilian Hauß (1), Alexander Meckl (3), Simon Hornung (1), Tobias Urban (5/3), Finn Rohmert (1), Peter Menzel (7), Michael Grund (1), David Gierke (4), Benedikt Hagitte (2), Johannes Pscherer, Ferdinand Hauß und Matthias Fuchs.

zum Archiv

Es sind zu diesem Bericht noch keine Kommentare vorhanden...

Kommentieren:

Name:
Text: