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Interview mit dem ehemaligen und zugleich neuen Trainer der 1. Damen

Mitte September 2017 beginnt die neue Spielzeit in der Handball Bayernliga der Damen.
An der Seitenlinie des ASV Dachau wird mit Bernd Dreckmann ein neuer Trainer und doch alter
Bekannter die Geschicke der Bayernliga Mannschaft leiten.
Wir möchten uns mit Bernd über seine Zeit beim ASV Dachau unterhalten, speziell über die
erfolgreich zu Ende gegangene letzte Saison mit der 2.Damenmannschaft und über seinen Entschluss
nach 2011 noch einmal das Traineramt der 1. Damen zu übernehmen.

„Bernd Du wirst mit der Saison 17/18 in Dein siebtes Jahr beim ASV Dachau gehen, dass lässt
darauf schließen das Du Dich hier in Dachau wohl fühlst“

Genau so ist es ! Schon nach meiner ersten Saison 11/12 hatte ich das Gefühl hier richtig zu sein.
Vom ersten Tag an habe ich mich sehr angenommen und auch angekommen gefühlt. Dieses Gefühl
hat sich von Jahr zu Jahr nur noch verstärkt. Die Zusammenarbeit mit Trainerkollegen, Offiziellen und
Verantwortlichen bereitet mir eine große Freude. Hier ziehen alle an einem Strang, wir leben eine
Handball Philosophie und vermitteln Werte, mit denen ich mich sehr einverstanden erklären kann.
Meine Arbeit wird wert geschätzt und das ist ein wirklich gutes Gefühl.
Alles in allem war der Schritt nach Dachau ein Glücksgriff.

„Du bist schon sehr lange als Handball Lehrer aktiv, wie bewertest Du rückblickend Deine Zeit mit
dem Nachwuchsteam, der 2. Damenmannschaft, mit der Du am letzten Spieltag den Aufstieg in die
Landesliga feiern konntest ?“

Diese Erinnerung ist noch sehr frisch und ich freue mich dass Du mich darauf ansprichst.
Es ist tatsächlich schon eine sehr lange Zeit, 27 Jahre Handballtrainer, davon 21 Jahre im
Männerbereich, teils unter professionellen Bedingungen, die letzten 3 Jahre eher unterklassig in der
BOL Altbayern der Damen. Und doch war gerade die letzte Saison sehr speziell, vielleicht sogar die
außergewöhnlichste. 3 Jahre hat diese Mannschaft gebraucht um zusammen zu wachsen,
Spielerinnen mit ganz unterschiedlichem handballerischen Background und Leistungsvermögen.
Immer wieder haben wir Spielerinnen in die klassenhöhere 1. Mannschaft abgegeben, was ja auch
Sinn und Zweck war und ist, was aber die Erreichbarkeit der eigenen Ziele nicht einfacher macht.
Mit meinen Ansprüchen war es auch nicht immer leicht für die Mannschaft, inklusive meiner CoTrainerin
Vroni Marquardt, aber wir haben gelernt uns zu vertrauen, zu zuhören und wir haben uns
gegenseitig besser gemacht. Jeder hat seinen Teil beigetragen, jeder wurde respektiert und das hatte
im Laufe der Zeit einen Teamgeist zu Folge, der uns über jede Schwierigkeit hinweg getragen hat.
Selbst als wir in der Rückrunde die einzige und völlig unnötige Niederlage erleiden mussten, haben
wir an diesem Punkt nur noch fokussierter und zielstrebiger weiter gemacht. Es gab nicht eine
Trainingseinheit in dieser Saison, zu der ich nicht gerne nach Dachau gefahren bin.
Diese Mannschaft war alles wert, jede Trainingseinheit, jeder Weg, jeder Gedanke und jede Emotion.
Wenn mich mein Enkel Noah, ein kleiner, talentierter Fußballspieler, irgendwann einmal nach der
Bedeutung von Teamgeist und Mannschaft fragen sollte, dann werde ich ihm von dieser Saison und
dieser Mannschaft erzählen und er wird sagen: Jetzt verstehe ich es Opa 

„Und doch wirst Du zukünftig für eine andere Mannschaft verantwortlich sein, wie ist es dazu
gekommen ?

So schwer mir der Abschied auch fällt, so sehr freue ich mich auch auf meine neue Aufgabe. Es ist ein
guter, richtiger Zeitpunkt. Die 2. hat einen Punkt erreicht, an dem ihr ein neuer Trainer, eine neue
Ansprache, neue Ideen, eben auch neue Reize setzt. Das halte ich für sehr förderlich und auch
notwendig. Wir haben mit Till Heinrich einen ambitionierten, ehrgeizigen und jungen Trainer
gefunden, der diese Aufgabe sehr energisch und mit viel Elan angeht. Da bin ich sehr zuversichtlich
das die 2. auch nächste Saison ihre Ziele erreichen wird. Was mich betrifft, so bin ich doch ein
Glückspilz, wenn man zwischen solchen Aufgaben wählen darf. Mit meiner neuen Aufgabe schließt
sich ein Kreis. Ich habe in Dachau als Trainer der 1. Damen begonnen und meine Trainertätigkeit wird
hier höchst wahrscheinlich auch so enden. Diese Mannschaft ist das Flaggschiff des ASV Handball und
hat dementsprechend große Auswirkung und Zugkraft auf den handballinteressierten Nachwuchs im
Dachauer Umfeld. Nebenbei ist diese Mannschaft mit außerordentlich viel Talent gesegnet und wird
bis auf Steffi Unger unverändert zusammen bleiben. Zusätzlich dürfen wir uns noch über
Verstärkungen freuen, Franzi Niebert aus Haunstetten haben wir schon vorgestellt, weitere
Neuzugänge werden folgen. Co-Trainer Tobi Gstattenbauer bleibt, TW-Trainer
Christoph Feistl bleibt, gute Aussichten für neue und ehrgeizige Ziele.
Ich bin sehr neugierig auf meine neue Mannschaft, stecke aktuell auch schon wieder bis über beide
Ohren in der Vorbereitungsplanung. Der Plan ist, zurück zu alter Stärke, mittelfristig wollen wir auch
den Titel in der Bayernliga mal wieder nach Dachau holen. Die Zukunft wird zeigen ob wir es
schaffen solche Ziele zu realisieren. Wir werden in jedem Fall unser Bestes tun, soviel kann ich
versprechen !

„Vielen Dank für die interessanten Einblicke und die ehrlichen Worte, viel Erfolg, viel Glück und ein
gutes Händchen in der neuen Saison“

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