Banner

Unentschieden in der Fremde

Die ersten Herren des ASV Dachau haben sich beim Tabellennachbarn ein Unentschieden wortwörtlich erkämpft und aus Herrsching einen Punkt entführt. Nach nervenaufreibenden, spannenden und hart umkämpften sechzig Minuten, in denen beide Mannschaften ihre guten Phasen hatten, sahen die vielen Zuschauer ein Derby ohne Sieger.

Die Mannen um Trainer Martin Haider hatten sich viel vorgenommen, wollten in fremder Halle wieder ihren Stiefel spielen, nachdem das am vergangenen Wochenende im Heimspiel gegen Ismaning (25:30) nur phasenweise geklappt hatte. Auf der anderen Seite stand ein Gegner, der auf der Welle des Erfolgs schwamm, vier von fünf Spielen auswärts bestreiten musste und nun vor heimischem Publikum auch das zweite Heimspiel für sich entscheiden wollte. In diesem Nachbarschaftsderby deutete sich also ein harter Kampf an, den die Zuschauer auch bekommen sollten. Beide Teams waren bekannt für ihr schnelles Spiel nach vorne, das zwar gelegentlich für ansonsten vermeidbare Fehler sorgt, aber jederzeit eine Waffe sein kann. So entwickelte sich von Beginn an ein offener Schlagabtausch (1:1), zunächst mit leichten Vorteilen für die Stadtwaldherren (2:4;3:5). Doch der Gastgeber hielt sehr gut mit und fand immer wieder kleinere Lücken im Defensivverbund der Gäste (5:5), die sie kurz darauf zur ersten Führung nutzten (7:6). In der Folge konnten die Gäste häufiger den Ausgleich erzielen (8:8), verpassten es aber, ihre schön herausgespielten Torchancen zu verwerten und sahen sich dadurch einem größeren Rückstand entgegen (10:8). Jetzt galt es, dranzubleiben (10:9;11:10), doch es blieb zunächst dabei und während die Gäste mit variantenreichem Angriffsspiel lediglich am Torhüter der Gastgeber scheiterten, hielt der Gastgeber mit einfachen Mitteln dagegen und konnte leichte Tore erzielen (13:10). Das letzte Tor der ersten Halbzeit blieb dem ASV vorbehalten und es ging mit einer knappen Führung für die Herrschinger in die Kabinen (13:11).

Mit einer Unterzahl starteten die Stadtwaldherren in den zweiten Spielabschnitt und verloren erstmal den Anschluss, da sie erneut zuviele Torgelegenheiten ungenutzt ließen und sich auch die technischen Fehler häuften (16:12). Damit erzielten die Herrschinger auch die höchste Führung des Spiels, die kurz darauf noch Bestand hatte (18:14). Langsam aber sicher fand die Defensive der Gäste wieder den gewohnten Zugriff, schaltete auch im Spiel nach vorne einen Gang hoch und die Stadtwaldherren erzielten innerhalb weniger Minuten den Anschlusstreffer und gestalteten das Spiel offen (18:17). Jetzt kamen auch die Herrschinger wieder ins Spiel, beiden Seiten merkte man die aufkeimende Nervosität bereits an und es schlichen sich weitere Unzulänglichkeiten ein. Das kam aber der Spannung zugute, denn der Abstand blieb zunächst gleich (20:19). Dieser Spielstand hielt sich geschlagene drei Minuten, die sich im Handball wie eine Ewigkeit anfühlen. Beide Defensivreihen standen sicher und die Torhüter hielten in Bestform. Dann aber war der Bann endlich gebrochen und die Gäste konnten unter großem Jubel der zahlreich mitgereisten Fans den Ausgleich erzielen (20:20). Das Momentum war zu diesem Zeitpunkt klar auf Seiten der Stadtwaldherren, die in der Defensive nichts anbrennen ließen und im Angriff weiterhin gute Lösungsmöglichkeiten gegen eine aggressive und stabile Deckung des Gastgebers fanden. Zusätzlich zu einer sehr guten Abwehrleistung stand mit Valentin Hagitte noch ein Torhüter im Tor, der durch die Hilfe seiner Vordermannen seinen Kasten für knappe zehn Minuten sauber halten konnte. Dass es dennoch eng blieb und die Gäste nicht vorentscheidend davonziehen konnten, hatte der Gastgeber seinem Torhüter zu verdanken, der ebenfalls starke Paraden lieferte. So blieb der Spielstand knapp, auch wenn die Stadtwaldherren die erste höhere Führung ihrerseits erzielen konnten (20:23). Mit zwei schnellen Toren waren die Herrschinger wieder im Spiel und brachten das Publikum zurück (22:23). Die Gäste stellten wieder auf den Zwei-Tore-Abstand (22:24), aber der Gastgeber ließ sich jetzt nicht weiter abschütteln und blieb dran (23:24). Die Stadtwaldherren hielten diesen Abstand, nach einem erneuten Treffer für die Gäste erzielten die Herrschinger den Anschlusstreffer fünf Minuten vor Schluss (24:25) und es bahnte sich ein wahrer Krimi in den Schlussminuten an. Beiden Mannschaften merkte man die Nervosität an, es wurden leichtere Fehler gemacht und auch vor den Toren wurde die Angst trotz bester Gelegenheiten größer. Zwei Minuten vor Spielende erzielte der TSV Herrsching den Ausgleich und die Halle bebte (25:25). Der Spielausgang war völlig offen und die Gäste, angetrieben von den vielen mitgereisten Fans, hatten mehrmals die Möglichkeit, den erneuten Führungstreffer zu erzielen. Doch wie zuvor scheiterte man am gegnerischen Torhüter. Hätte man so ein Spiel in der vergangenen Saison noch verloren, so waren die Stadtwaldherren cleverer und abgebrühter geworden, holten sich die Bälle in der Abwehr zurück und wussten mit einer guten Defensivleistung zu überzeugen. Auch der letzte Angriff gehörte den Gästen, doch an diesem Tag hatte es nicht sollen sein und so trennten sich beide Mannschaften, am Ende leistungsgerecht, mit einem Unentschieden.

Ein Derby mit vielen Nicklichkeiten, hartem Kampf und strittigen Szenen auf beiden Seiten. Kein Gewinner, aber irgendwie war doch jeder mit dem Punkt zufrieden. Gewinner für mich waren die beiden Schiedsrichter Björn Heekeren und Patrick Schupp vom TSV Friedberg, die ein zu keinem Zeitpunkt leicht zu leitendes Spiel im Griff hatten, sich durch nichts aus der Ruhe bringen ließen und eine sehr gute Leistung ablieferten.

Danke an die vielen mitgereisten Fans, die einen eigenen Block füllten, für eine tolle Stimmung sorgten und auch nicht ganz unbeteiligt an diesem Punktgewinn sind. Danke!!

Für den ASV Dachau spielten: Christian Pröll, David Braun und Valentin Hagitte im Tor; Maximilian Hauß (3), Viktor Schwalbe (1), Tobias Urban (3/1), Matthias Fuchs (10/2), Stefan Coors (6/1), Kilian Schwalbe (1), Benedikt Hagitte (1), Michael Grund, Johannes Pscherer und Ferdinand Hauß.

zum Archiv

Es sind zu diesem Bericht noch keine Kommentare vorhanden...

Kommentieren:

Name:
Text: