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Teuer verkauft und doch leer ausgegangen

Für die Stadtwaldherren startete am vergangenen Wochenende die Spielzeit 16/17 der Landesliga Süd mit einem Auswärtsspiel beim TSV Ottobeuren. Nach hart umkämpften sechzig Minuten stand der ASV am Ende trotz einer couragierten Leistung aber ohne Punkte da, der TSVO hatte seine Nerven besser im Griff und siegte am Ende verdient, wenn auch zu hoch mit 29:25 (16:14).

Bereits in der letztjährigen Saison konnten die Stadtwaldherren in beiden Spielen gegen den TSVO keinen Punkt ergattern, auch am Samstag um circa 22:00 Uhr standen die Mannen um Trainer Martin Haider mit gesenkten Köpfen auf dem Spielfeld, man hatte sich trotz einer sehr guten Leistung erneut nicht belohnen können. Die Niedergeschlagenheit war spürbar, doch sie wich relativ schnell der Zuversicht und der Vorfreude, denn der ASV machte trotz dezimiertem Kader ein richtig gutes Auswärtsspiel und bot dem Favoriten lange Zeit Paroli. Warum der TSV Ottobeuren diese Saison zu den Favoriten gehört? Das zeigten sie in den ersten Minuten, als sie ihre Nervosität schneller beiseite legen konnten als ihre Gäste, ihre Abwehr von Anfang an mehr Biss zeigte und sie sich somit schnell eine Führung erspielen konnten (3:0). Erst jetzt fanden die Dachauer Lücken, kamen zum Anschlusstreffer (3:1), liefen aber einige Zeit diesem Rückstand hinterher (5:2;6:3). Doch die Gäste kämpften sich regelrecht in diese Partie, verkleinerten die Abstände in der Abwehr und durch schnelle Ballgewinne oder schnelle Angriffe glichen sie zunächst aus (6:6) und gingen dann das erste Mal in Führung (6:8). Nach einer Auszeit von Heimcoach Daniel Berkessel fand auch der TSVO wieder in die Spur (8:8), doch die Stadtwaldherren waren hellwach und nutzten jeden Fehler der Allgäuer konsequent aus (8:10). Das Spiel war jetzt auf Augenhöhe, mit leichten Vorteilen für die Gäste vom Stadtwald (9:11). Wirklich absetzen konnte sich aber auch der ASV nicht und auch hier schlichen sich kleinere Fehler und Abstimmungsprobleme in das Angriffsspiel, was die Ottobeurer mit schnellen Gegentoren auszunutzen wussten (11:11). Der ASV spielte ein abgeklärtes und gutes Auswärtsspiel, zeigte sich in vielen Situationen unbeeindruckt und wusste speziell im Angriff zu überzeugen (11:13). Aber die Tiefe und Qualität des Kaders des TSVO machte sich in einigen Szenen ebenfalls bemerkbar, wenn sie in der Abwehr noch eine Spur Aggressivität drauflegen konnten, dann wurde es für die Gäste richtig schwer, ein Durchkommen zu finden. Und die Qualität spiegelte sich dann im Angriff wieder, der angetrieben von den Zuschauern langsam Fahrt aufzunehmen schien (15:13). Beiden Mannschaften gelang noch jeweils ein Tor und mit einem knappen Halbzeitstand ging ein temporeiches und sehr ordentliches Landesligaspiel in die Pause (16:14).

Die Halbzeitansprache von Trainer Martin Haider fiel entsprechend kurz aus, Kleinigkeiten wurden angesprochen und wenn man das Tempo weiterhin so hoch und kämpferisch dagegen hielte, dann konnte man sich sogar etwas ausrechnen. Seine Mannen schienen auf die Worte zu hören, fanden schneller in die Partie zurück als der TSVO und glich prompt aus (16:16). Von diesem Ausgleich wurden die Gastgeber aufgeweckt, legten einen Zahn zu und gingen alsbald wieder mit zwei Toren in Führung (19:17). Aber die Gäste machten da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten, spielten einen sehr guten Ball, hielten kämpferisch und spielerisch dagegen und belohnten sich immer wieder für ihre gute Arbeit, sowohl in der Defensive als auch in der Offensive (19:19). Das Spiel war in vielerlei Hinsicht ausgeglichen (20:20), beide Teams bestätigten ihre gute Form der Vorbereitung. Der ASV roch jetzt Lunte, wollte sich weiterhin so gut präsentieren, um doch etwas aus Ottobeuren mitzunehmen, griff beherzter zu und konnte das erste Mal in diesem Spiel sogar mit drei Toren in Führung gehen (20:23). Und obwohl der TSVO jetzt etwas nervös wurde und sich hier und da ein paar Unzulänglichkeiten leistete, verpassten es die Dachauer in dieser Phase, das Tempo hochzuhalten und die Führung vielleicht noch etwas weiter auszubauen. Stattdessen gelang dem Gastgeber nach wenigen Minuten der Anschlusstreffer und dann der Ausgleich (23:23), die Halle stand knapp zehn Minuten vor dem Ende bereits Kopf. Die Stadtwaldherren bissen sich irgendwie wieder in diese Partie, zeigten sich wieder präsent und gingen zweimal erneut in Führung (23:24;24:25). Aber der TSV Ottobeuren war jetzt omnipräsent und in der Abwehr sehr dominant, angepeitscht von den Zuschauern lief jetzt fast alles für den TSVO, nach dem geschafften Ausgleich (25:25) ging der Gastgeber zum ersten Mal seit geraumer Zeit wieder in Führung (26:25). Noch war genug Zeit auf der Uhr und die Stadtwaldherren wollten sich für eine tolle Leistung unbedingt belohnen. Hierfür nahm Coach Martin Haider auch eine Auszeit, um seine Mannschaft einzuschwören und für die kommenden letzten Minuten nochmal vorzubereiten. Doch der angesagte Spielzug ging schief, im Gegenzug erhöhte der TSVO eine Minute vor Schluss (27:25) und eine Vorentscheidung war gefallen. Sichtlich angeschlagen lief die letzte Minute auch komplett gegen den ASV, anstatt zu verkürzen fing man sich aufgrund technischer Fehler noch zwei Gegentore, die das Ergebnis am Ende etwas zu hoch ausfallen lassen (29:25).

Der ASV zeigte also wie bereits im vergangenen Jahr auswärts beim TSV Ottobeuren eine starke und tolle Leistung, lieferte dem Favoriten lange Zeit Paroli und hätte wohl mindestens einen Punkt verdient gehabt. Am Ende spielten einige Faktoren eine Rolle, sowohl Nervosität und fehlende Cleverness als auch die Unerfahrenheit verhinderten einen Punktgewinn. Dennoch ist der Mannschaft um Trainer Martin Haider diese Leistung hoch anzurechnen, mit dezimiertem Kader lieferten die Stadtwaldherren ein tolles Spiel und zeigen sich bereits früh in der Saison bestens gerüstet für eine lange und anstrengende Spielzeit 16/17.

Die beiden Schiedsrichter Oliver Balzer und Oliver Jauch zeigten in einem hitzigen, aber nie unfairen Spiel, eine souveräne Leistung.

Ein großer Dank geht an die mitgereisten Fans, die den Weg nach Ottobeuren auf sich genommen haben und die Mannschaft lautstark unterstützen konnten. Danke!

Für den ASV spielten: David Braun (1), Valentin Hagitte und Christian Pröll im Tor; Viktor Schwalbe (1), Michael Grund (1), Julian Hagitte (11/3), Stefan Coors (6), Tobias Urban (1), Marcin Szulc (2), Benedikt Hagitte (2), David Gierke, Kilian Schwalbe, Johannes Pscherer und Denis Janitzki.

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