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Heimstärke bewiesen

Die ersten Herren des ASV Dachau haben erneut ihre Heimstärke bewiesen und den Tabellenführer aus Niederraunau bezwungen. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der man sich häufig dennoch einem Rückstand gegenübersah, drehten die Mannen um Trainer Martin Haider in der zweiten Halbzeit auf, rührten in der Abwehr Beton an und gewannen am Ende auch in der Höhe verdient mit 31:26 (16:18).

Die Gäste aus Niederraunau kamen mit frischem Selbstbewusstsein an den Stadtwald, zwar verloren sie vor wenigen Wochen das erste Spiel der Saison in Simbach (35:30), besiegten aber vor Wochenfrist den Eichenauer SV (20:19) und wähnten sich immernoch als souveräner Tabellenführer mit drei Punkten Vorsprung. Noch dazu kam der Topscorer Manuel Scholz zurück ins Spiel der Gäste, der auch dieser Partie seinen Stempel aufdrückte und seine Mannschaft mit 13 Toren (davon 5 7m) allein im Spiel hielt. Doch der Reihe nach. Die Gäste erwischten einen guten Start, gingen immer wieder in Führung, doch zunächst blieb der ASV dran und erzielte prompt den Ausgleich (3:3). Dann die erste bessere Phase der Raunauer, die angetrieben von Scholz davonziehen konnten (3:6). Jeder Fehler des ASV wurde mit schnellem Konterspiel bestraft und jede Nachlässigkeit ausgenutzt (4:8). Der Abstand blieb gleich (5:9) und veranlasste Martin Haider zu einer ersten Auszeit. Diese sollte ihre Wirkung nicht verfehlen, die Abwehr wurde um Nuancen verändert und durch schnelle Ballgewinne kämpften sich die Stadtwaldherren zurück in die Partie (8:9). Der ASV war nun drauf und dran, seit der Anfangsphase den Ausgleich zu erzielen, doch wieder waren es Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachten und den Raunauern in die Karten spielten (9:12). Zwar ließen sich die Stadtwaldherren nicht abschütteln und blieben dran (10:12), zwei schnelle Gegenstöße sorgten aber für den nächsten Rückstand von vier Toren (10:14). Der Abstand blieb wieder der Gleiche (11:15), bis die Abwehr wieder fester zupackte, die Lücken schloss und zurück ins Spiel fand (13:15). Aber beinah die komplette erste Halbzeit fanden weder die Abwehr noch beide Torhüter so richtig ins Spiel und ließen zu oft zu einfache Tore zu (13:17). Das gleiche Bild zeigte sich wenige Augenblicke später, die Gäste hielten mit allem was sie hatten und im Stile eines Spitzenreiters dagegen und ließen den ASV auch nicht näher rankommen (14:18). Die Stadtwaldherren aber waren an diesem Tag nicht kleinzukriegen und an Kampfgeist nicht zu übertreffen, erkämpften sich weitere Ballgewinne und konnten kurz vor der Halbzeitpause den Anschlusstreffer erzielen (16:18). Frenetisch wurde dabei der letzte Treffer bejubelt, der wenige Sekunden vor der Sirene fiel, obwohl die Gäste kurz zuvor noch in Ballbesitz waren.

Eine erste Halbzeit ging somit zu Ende, die an Tempo nicht zu überbieten war und auch einige fantastische Aktionen zu bieten hatte. Alles war also gerüstet für eine unterhaltsame und spannende zweite Halbzeit.

Trainer Martin Haider sprach in der Halbzeitpause nur wenige Sachen an, forderte weiterhin eine ähnliche Konzentration im Torabschluss, aber in der Abwehr verlangte er noch ein Stück mehr Aggressivität, um den Gästen beizukommen. Das Selbstbewusstsein nach den letzten beiden Treffern wollte man unbedingt mitnehmen und bei eigenem Anwurf sogar den Anschlusstreffer erzielen, doch der eingewechselte Gästekeeper machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung und die Gäste nutzten derweil ihren ersten Angriff (16:19). Doch dieser Gegentreffer zeigte keinerlei Wirkung, er war mehr die Initialzündung für die folgenden Minuten, in denen die gesamte Truppe den Plan aufgehen ließ, Beton anrührte und über ihre stärkste Waffe, den schnellen Gegenstoß, das erste Mal im gesamten Spiel in Führung ging (21:19). Die Gäste fingen sich wieder und konnten ihrerseits verkürzen (21:20), das Momentum war aber ganz klar auf Seiten der Heimsieben. Nun lag es an den Stadtwaldherren, eine Führung vorzulegen und in der Defensive weiterhin so sicher zu stehen (22:20). Das Spiel war jetzt ausgeglichen, beide Mannschaften fanden jetzt immer wieder Mittel und Wege die Defensivreihen auszuhebeln und über eine nächste zwei-Tore-Führung (23:21) kamen die Gäste wieder heran und glichen die Partie aus (23:23). Die Zutaten für eine spannende Schlussphase waren also bereitet, die zahlreich anwesenden Zuschauer sahen eine hoch interessante Partie zweier Mannschaften, die sich nichts schenkten. Nach den zuletzt doch klaren Auswärtsniederlagen wollten sich die Dachauer wieder von ihrer besseren Seite zeigen und ihre Heimstärke beweisen. Was in den nächsten knapp 15 Minuten aber geschah, das war die beste Seite des ASV. Zunächst konnten die Stadtwaldherren die nächste Führung vorlegen, doch weiterhin ließen sich die Gäste nicht abschütteln (25:24). Dann folgte ein Lauf der Heimmannschaft, die alles in die Waagschale warf und sich für ihren immensen Aufwand belohnten konnte. Eine Abwehrarbeit, bei der jeder für den Anderen noch den einen Extraschritt machte, sich die Gäste daran die Zähne ausbissen und wenn dann doch mal jemand zum Wurf kam, stand Valentin Hagitte im Tor, der nicht mehr zu überwinden war. Was daraus folgte waren schnelle Gegenstöße, die insbesondere Wicki Schwalbe (8) hochprozentig abschloss und die Halle zum Beben brachte. Auch das Angriffsspiel lief sehr flüssig, jeder ging dorthin, wo es weh tat und fand dennoch den freien Mann. Auch eine Auszeit von Gästetrainer Markus Waldmann, der versuchte, seine Mannen zu beruhigen und den Rhythmus aus dem Spiel des ASV zu nehmen, zeigte keinerlei Wirkung. Der TSV Niederraunau fand keine Lücken mehr, jedes Tor der Dachauer wurde frenetisch bejubelt und einige Minuten später staunten sowohl die Zuschauer als auch die Spieler auf der Bank oder auf dem Spielfeld beim Blick auf die Anzeigetafel nicht schlecht (31:24). Das nennt man wohl "sich in einen Rausch spielen" und die gesamte letzte Minute des Spiels hielt es weder die Zuschauer noch die Reservespieler auf ihren Sitzen. Den Gästen waren die letzten beiden Treffer vorbehalten und so wurde das Spiel beim Stand von 31:26 abgepfiffen.

Ein trotz der Brisanz und der intensiven Duelle äußerst faires Spiel, das die beiden Schiedsrichter Matthias Pernet (TSV Röthenbach) und Sven Werner (SG Regensburg) zu jeder Zeit im Griff hatten.

Die Stadtwaldherren sammeln so also zwei äußerst wichtige Punkte im Abstiegskampf und ringen den Spitzenreiter, der weiterhin an der Tabellenspitze steht, nach hartem Kampf und einem tollen Spiel nieder. Zurecht gab es tosenden Applaus und die Stadtwaldherren lagen sich in den Armen, Genugtuung nach den zuletzt mageren und erfolglosen Partien. Die ersten Herren des ASV Dachau haben erneut ihre Heimstärke bewiesen, zeigten, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann und machten somit auch den Kampf um Platz eins wieder spannend. Das nächste schwere Spiel steht unmittelbar bevor, wenn die Dachauer am kommenden Sonntag beim Tabellenzweiten VfL Günzburg antreten müssen. Wie schon bei diesem Spiel ist der ASV der Außenseiter, doch mit einer ähnlichen Leistung und dem gewonnenen Selbstvertrauen muss man sich vor keiner Mannschaft verstecken.

Ein großer Dank geht an die zahlreichen Fans und Zuschauer, die für eine tolle Stimmung sorgten. Danke!

Für den ASV spielten: David Braun und Valentin Hagitte im Tor; Wicki Schwalbe (8), Mathias Hubrich (2), Alexander Meckl (4), Matthias Fuchs (5), Kilian Schwalbe (1), Michael Grund (2), Ferdinand Hauß (4), Maximilian Walk (2), Benedikt Hagitte (3), Maximilian Hauß, Marcin Szulc und Matthias Hauß.

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Frank schrieb am 15.03.2016 um 21:56:58

Super Spiel, hat mich sehr für euch gefreut

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