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ASV verliert Vier-Punkte-Spiel

Die ersten Herren des ASV Dachau haben ihr nächstes Auswärtsspiel verloren und eine richtungsweisende Partie beim TSV Herrsching verloren. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit erlaubten sich die Stadtwaldherren nach der Pause eine zu lange Schwächephase, die zu einer verdienten, wenn auch etwas zu hoch ausgefallenen Niederlage führte (27:22).

Die Brisanz dieses Spiels war schon vor der Partie allen Beteiligten bewusst. Während die Herrschinger auf der einen Seite nach zuletzt vier Siegen in Folge vor Selbstbewusstsein nur so strotzten und diese Serie auch vor heimischem Publikum untermauern wollten, waren die Gäste aus Dachau gewillt, dem Auswärtsfluch ein Ende zu setzen und den Anschluss ans Tabellenmittelfeld zu markieren. Viele Zuschauer sahen von Beginn an ein Match auf hohem Niveau, es knisterte förmlich in der Nikolaushalle zu Herrsching. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (2:2) war es der Gastgeber, der schneller und besser in die Partie fand und sich ein kleines Polster herauswarf (5:2). Die Dachauer spielten munter mit, ließen sich nicht abschütteln und konnten immer wieder verkürzen (6:4). Doch der TSV Herrsching nutzte seine Chancen, kam vor allem durch den wurfstarken Rückraum häufiger zu einfachen Toren und ließ die Dachauer nie näher als auf zwei Tore rankommen (7:5). Die Torhüter auf beiden Seiten bekamen zunächst kaum eine Hand an den Ball, die Zuschauer sahen somit eine muntere Anfangsphase mit vielen Toren (8:6). Dann schlich sich der Schlendrian ins Spiel des ASV, schlechte Abschlüsse hatten leichte Gegenstöße zur Folge und auch kleinere technische Fehler luden den Gastgeber zu einfachen Toren ein (10:6). Doch genauso schnell fing sich der Gast wieder, stellte seine Abwehr ein wenig um und konnte schnell verkürzen (10:8). Dem nächsten Treffer der Herrschinger ließen die Stadtwaldherren zwei eigene Treffer folgen und somit war der Anschlusstreffer geschafft und die Gäste wieder im Spiel (11:10). Doch es zog sich wie ein roter Faden durch die Partie, die Gäste bekamen nie so wirklich Zugriff auf ihre Gegenspieler, die zu oft ohne Gegenwehr einnetzen konnten (13:10). Immerhin lief dafür die Offensive, die ebenfalls Unachtsamkeiten der Herrschinger Deckung gnadenlos ausnutzte und den ASV damit dank einer guten Wurfquote im Spiel hielt (13:12). Dieser Vorsprung hielt sich zunächst (14:13), doch das letzte Tor war den Herrschingern vorbehalten und so ging es mit einem knappen Ergebnis in die Halbzeitpause (15:13). Eine unschöne Szene ereignete sich dann mit dem Halbzeitpfiff, als Herrschings Basti Kircher mit einem direkten Freiwurf das Gesicht eines Dachauer Spielers traf. Auch wenn sich der Spieler wohl ein wenig bewegt hat und ich an dieser Stelle auch niemandem Absicht unterstelle, ist spätestens seit der EM eine solche Aktion mit einer roten Karte zu bestrafen. Die beiden Schiedsrichter Krämer/Mund (TSV Allach) bewerteten diese Szene so und hatten auch mit einem ansonsten zwar hart geführten, aber nie unfairen Spiel keinerlei Probleme.

Die Mannschaft um Trainer Martin Haider, der in der Halbzeitansprache Ruhe und Konzentration sowie weiterhin eine hohe Effizienz im Torabschluss forderte, wollte die Gunst der Stunde nutzen und mit einer stabilen Defensive das Spiel an sich reißen. Doch alles, was man sich in der Kabine vorgenommen hatte, schien sich mit den ersten Aktionen auf dem Feld in Luft aufzulösen. Anstatt die Überzahlsituationen vernünftig auszuspielen und sich Schritt für Schritt ranzuarbeiten, gelang den Stadtwaldherren in der Abwehr kein Zugriff und die Offensive hatte ihr Pulver in der ersten Halbzeit bereits verschossen. So liefen die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit komplett gegen den ASV, der sich prompt dem höchsten Rückstand des Spiels entgegensah (20:13). In dieser Phase scheiterte man trotz bester Einwurfmöglichkeiten am gegnerischen Torwart oder der eigenen Konzentration, ließ sich in der Defensive den Schneid abkaufen und nur dank des eigenen Torhüters fiel das Ergebnis zu diesem Zeitpunkt glimpflich aus. Dann fing sich der Gast, erzielte seine ersten beiden Tore der zweiten Halbzeit und konnte verkürzen (20:15). Jetzt war das Spiel wieder ausgeglichen, beide Mannschaften schenkten sich nichts und kamen zu Torerfolgen (21:17). Der ASV biss sich zurück ins Geschehen, bestrafte die unachtsam werdenden Herrschinger und gestaltete das Spiel wieder offen (22:19). Doch erneut ein kleiner Lauf des Gegners sorgte für die Vorentscheidung, der mit schnellen Gegenstößen und einfachen Rückraumtoren fast den alten Abstand wiederherstellen konnte (25:19). Zwar steckten die Dachauer nicht auf und konnten abermals verkürzen (25:21), doch die Zeit lief ihnen davon und der nächste Treffer des TSV Herrsching sorgte für die endgültige Entscheidung (26:21). Beiden Mannschaften war noch jeweils ein Treffer vorbehalten und so pfiffen die beiden souverän leitenden Schiedsrichter das Spiel nach hart umkämpften sechzig Minuten ab (27:22).

Dem Spielverlauf nach also eine ingesamt verdiente Niederlage, die sich der ASV selbst zuzuschreiben hat. Man fand gut in die Partie, ließ sich nicht abschütteln und zeigte sich über die komplette erste Halbzeit hinweg als ebenbürtig. Doch wieder leistete man sich eine zu lange Schwächephase, in der man zehn Minuten kein Tor erzielen konnte und selbiges wie zugenagelt schien. Entweder man scheiterte an eigenen Unzulänglichkeiten oder der gegnerische Torhüter stand im Weg. Auch als das Spiel Mitte der zweiten Halbzeit wieder offen gestaltet werden konnte, war die Mannschaft um Trainer Armin Herle an diesem Tag cleverer und konnte verdient zwei wichtige Punkte einfahren. Zwei Punkte, die die Stadtwaldherren gut hätten gebrauchen können, sich aber trotz einer couragierten Leistung zuviele Fehler erlaubten und somit nichts Zählbares mit nach Hause bringen konnten. Der TSV Herrsching macht einen riesigen Satz in der Tabelle (Platz 5, 21:17 Punkte), während die ersten Herren des ASV Dachau stagnieren und weiter unten drinstecken (Platz 9, 17:21 Punkte). Die nächsten Aufgaben werden nicht leichter, denn zunächst erwarten sie den Spitzenreiter TSV Niederraunau in der heimischen Georg-Scherer-Halle, dem sie aber auf keinen Fall die Punkte so einfach überlassen werden, bevor es dann zum Tabellenzweiten VfL Günzburg geht. Nähere Informationen dazu im Laufe der Woche.

Ein großer Dank geht an die vielen mitgereisten Zuschauer. Danke!

Für den ASV spielten: David Braun und Valentin Hagitte im Tor; Viktor Schwalbe (1), Mathias Hubrich (1), Alexander Meckl (3), Matthias Fuchs (8/3), Ferdinand Hauß (1), Maximilian Walk (6), Matthias Hauß (1), Benedikt Hagitte (1), Maximilian Hauß, Rene Sperrer und Kilian Schwalbe.

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