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Spannender als nötig

Die ersten Herren des ASV Dachau haben in die Erfolgsspur zurückgefunden und ihr erstes Heimspiel im neuen Jahr für sich entschieden. Gegen eine nie aufsteckende Reserve des TSV Friedberg gelang den Stadtwaldherren ein knapper, aber verdienter 31:30-Erfolg (18:12).

Nach den zuletzt starken, aber erfolglosen Leistungen, wollte die Truppe um Trainer Martin Haider endlich wieder Punkte einfahren. Da kam dann die Partie gegen den TSV Friedberg in heimischer Halle ganz recht, immerhin haben es bisher nur zwei Mannschaften geschafft, aus der Georg-Scherer-Halle Punkte mitzunehmen. Der Gast aus Friedberg reiste mit einem Unentschieden im Heimspiel gegen den Eichenauer SV im Gepäck nach Dachau, wollte diesen Punkt mit weiteren Punkten in Dachau noch veredeln. Gespickt mit einigen Aushilfen aus der dritten Mannschaft startete der Gast auch ohne jegliche Nervosität, legte das erste Tor vor (0:1) und konnte immer wieder mit einem Tor in Führung gehen, ehe der Gastgeber ausglich (3:3). In der bisherigen Spielzeit haben die Friedberger häufig gute Spiele abgeliefert, standen am Ende dann aber mit leeren Händen da und befinden sich deswegen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Dass diese Mannschaft aber keinesfalls zu unterschätzen ist, bewies sich in den folgenden Minuten, als der Gastgeber unaufmerksam wurde und vor allem in der Abwehr einen Ganz zurückschaltete (3:6). Auch im Angriff verliefen viele Versuche im Sand, zu hektisch agierte man in den Spielzügen, zu locker präsentierte sich die Defensive. Der Vorsprung blieb erstmal bei drei Toren (4:7;5:8), bis ein regelrechter Weckruf durch die Mannschaft ging und innerhalb von wenigen Sequenzen die Partie ausgeglichen wurde (8:8). Durch einige Umstellungen sowohl in der Abwehr als auch im Angriff stabilisierte sich der ASV, konnte über ein erneutes Unentschieden (9:9) den Schwung mitnehmen und ging das erste Mal im Spiel in Führung (12:9). Die Gäste, auch bedingt durch eine Auszeit, fingen sich, konnten verkürzen (12:10;13:11), doch die Stadtwaldherren gingen in der Abwehr aggressiver zu Werke, forcierten Ballverluste und kamen zu einfachen Toren (15:12). Auch die letzten Minuten vor der Halbzeit verliefen nach Plan und so ging man mit einem eigentlich beruhigenden Vorsprung in die Halbzeitpause (18:12).

Trainer Martin Haider sprach in der Halbzeitpause die grundlegenden Dinge an, auf die man in der zweiten Halbzeit wert legen sollte. Nicht nachzulassen, weiter Gas zu geben und hochkonzentriert zu Werke zu gehen war die Devise, so war auch das erste Tor der zweiten Halbzeit dem Gastgeber vorbehalten (19:12). Der Abstand konnte erst einmal noch gehalten werden (20:13), bis sich dann erneut der Schlendrian ins Spiel der Dachauer einschlich, die Angriffe zu hastig abgeschlossen wurden und die Defensive erneut nicht so sattelfest stand wie gewohnt. So waren die Gäste mit einem Mal wieder im Spiel (20:17). Die Stadtwaldherren fingen sich zwar zur rechten Zeit und trafen vorne wieder die richtigen Entscheidungen (22:17), aber in der Abwehr fand man keinen rechten Zugriff und die Friedberger ließen sich nicht abschütteln (22:19). Der Gastgeber konnte immer wieder ein, zwei Tore vorlegen (24:19;25:22), doch die Gäste ließen sich nicht abschütteln. In dieser Phase gelang es beiden Abwehrreihen nicht, ihre Deckung stabil zu halten und die Offensive kam immer wieder zu einfachen Abschlüssen. Das Spiel wurde fahrig und war von vielen technischen Fehlern und Unstimmigkeiten sowohl in der Abwehr als auch im Angriff geprägt, auch die Torhüter konnten sich nicht so auszeichnen wie gewohnt. Dennoch hielt der ASV den Abstand, ließ den Gast nicht näher als an drei Tore herankommen und hatte immer eine Antwort auf ein Tor der Friedberger parat (27:23). Mit weiteren zwei Ballgewinnen und schnellen Toren war mit der erneut beruhigend erscheinenden Führung gut zehn Minuten vor Schluss eigentlich die Vorentscheidung gefallen (29:23). Was sich dann in den letzten Minuten der Partie abspielte, war so nicht zu erwarten und zeigte wieder einmal auf, wie schnell es im Handball gehen kann. Zwar blieb der Abstand erst einmal noch derselbe (30:24), doch mit zwei schnellen Toren waren die Gäste wieder im Spiel und es war noch genug Zeit auf der Uhr. Anstatt die Angriffe geduldig auszuspielen und auf die sich ergebenden Lücken zu warten, wurde zu überhastet abgeschlossen und die schnellen Angriffe der Friedberger waren in der Phase zu oft von Erfolg gekrönt, so gelang es ihnen weiterhin den Spielstand zu verkürzen (30:28). Jetzt traf auch der ASV wieder ins Tor (31:28) und die Zeit schien für den Gastgeber zu laufen, doch erneut traten die oben beschriebenen Mängel in Erscheinung und da auch noch technische Fehler hinzukamen, war der TSV Friedberg komplett zurück in der Partie. Eine Minute vor Schluss war der Vorsprung auf ein Tor geschrumpft (31:30), der Gastgeber im Ballbesitz. Man merkte, dass jetzt die Nervosität Überhand nahm, keiner wollte einen Fehler machen, keiner traute sich, den entscheidenden Schritt zu gehen. So kam es wie es kommen musste, technischer Fehler, Ballbesitz Friedberg, noch gut dreißig Sekunden. Mit ungehaltener Konsequenz und aggressivem Arbeiten in der Defensive wurde der letzte Angriff der Friedberger gestoppt, in dem man sogar noch ein Stürmerfoul zugesprochen bekam. Die letzten Sekunden verstrichen und so stand nach einem Krimi, der nie hätte sein müssen, der knappe Erfolg an der Anzeigetafel und die zwei Punkte auf der Habenseite. Die beiden Schiedsrichter Dausch/Zinreich (beide TSV Sauerlach) hatte eine immer faire Partie zu jeder Zeit im Griff und boten eine souveräne Leistung.

Am Ende zählen die zwei Punkte, die in der Tabelle verbucht werden konnten und nach den Ergebnissen am Wochenende auch dringend notwendig waren. Nach zuletzt ordentlichen Leistungen konnten die Stadtwaldherren nicht über die volle Distanz des Spiels ihr wahres Leistungsvermögen abrufen, doch die guten Phasen Ende der ersten Halbzeit und Mitte der zweiten Halbzeit legten den Grundstein für den Erfolg. Schwächephasen wie in den letzten zehn Minuten gezeigt sollte man in den kommenden Aufgaben tunlichst vermeiden, sonst könnte das nächste Mal der eigentlich verdiente Sieg noch abhanden kommen. Einen Wermutstropfen haben die ersten Herren des ASV Dachau noch zu verzeichnen, Mitte der zweiten Halbzeit verletzte sich Julian Hagitte ohne Fremdeinwirkung schwer am Knie (Kreuzbandriss) und wird die restliche Saison ausfallen.

Für den ASV spielten: David Braun und Valentin Hagitte im Tor; Viktor Schwalbe (2), Alexander Meckl (1), Julian Hagitte (3/1), Rene Sperrer (1), Matthias Fuchs (5/1), Marcin Szulc (1), Kilian Schwalbe (2), Ferdi Hauß (6/2), Maxi Walk (8), Benedikt Hagitte (2), Maxi Hauß und Mathias Hubrich.

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