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Handball oder Hallenhalma?

Am vergangenen Sonntag hatten die 2. Herren den Tabellenführer MTV Pfaffenhofen zu Gast. Vermutlich das einfachste Spiel der Rückrunde, da man völlig befreit aufspielen konnte. Pfaffenhofen musste gewinnen, um die Tabellenführung zu behaupten und die ASV-Herren konnten mit der Rolle des Außenseiters im Vorfeld sehr gut leben.
Pfaffenhofen trat von Anfang an mit breiter Brust auf, schließlich hatten sie Dachau 65 in der Vorwoche noch mit 41:27 geschlagen und man merkte ihnen an, dass sie unbedingt gewinnen wollen. In der Abwehr fehlte in der Anfangsphase der Zugriff auf die starken Rückraumspieler Göthl und Bulla, die sich immer wieder durchtanken konnten. Auch im Angriff fehlte in den ersten 10 Minuten noch die Genauigkeit. Zwar spielte man sich immer wieder freie Würfe heraus oder brachte sich in eine gute Wurfposition im Rückraum, doch man scheiterte entweder am Pfosten oder am Gästekeeper. Schnell lag man also mit 2:6 im Hintertreffen.
Doch dann zeigte sich wieder einmal die tolle Moral, dass man auch gegen den Tabellenführer nicht abschenkt und den Kopf hängen lässt, sondern sich dagegenstemmt. Man ging in die Lücken, holte reihenweise 7 Meter heraus, oder konnte durch die eingespielten Abläufe immer wieder einen Mann freispielen. Anders wie noch in der Anfangsphase belohnte man sich nun für den Aufwand.
Über 5:8, konnte man dann sogar mit 10:9 in Führung gehen und spätestens ab diesem Zeitpunkt war man wieder in der Partie.
Doch gegen Spielfluss hatten die beiden Unparteiischen scheinbar was. Jede Kleinigkeit wurde penibel gepfiffen und so jeder Fluss aus dem Spiel genommen. Durch diese kleinliche Art das Spiel zu leiten, holte man sich in der ersten Halbzeit schon 5 2-Minuten-Strafen ab und dies in einem mehr als fairen Spiel. Auf Pfaffenhofener Seite waren es in der ersten Halbzeit nur 2 Zeitstrafen.
So musste man also immer wieder in Unterzahl agieren. Trotzdem stemmte man sich dagegen, doch oft war man dann machtlos und so konnte Pfaffenhofen bis zur Halbzeit auf 13:16 davonziehen.
Das erste Tor der 2. Halbzeit war wieder Pfaffenhofen vorbehalten und so lag man zu Beginn des zweiten Abschnitts mit 13:17 hinten.
Wie kampf- und willensstark diese Truppe mittlerweile ist, zeigte sich in den 5 Minuten nach der Pause. Gestützt durch eine mittlerweile gut stehende Abwehr und einen gut aufgelegten Matze Schäfer im Tor holte man auch diesmal einen 4-Tore-Rückstand auf und glich beim 17:17 aus.
Doch dann wieder das gleiche Bild. Im Angriff bei kleinster Berührung zurückgepfiffen, anstatt das man einen Vorteil abwartet und so etwas Spielfluss aufkommen lässt. Im Gegenzug in der Abwehr immer wieder 2-Minuten-Strafen. Die Aussage von einem der beiden Schiedsrichter, dass man den Gegenspieler noch weniger anlangen soll, brachte das Fass dann zum überlaufen. Schließlich sind wir ja nicht beim Hallenhalma. In einer wirklich fairen Partie in der mit einer Ausnahme auf beiden Seiten keine groben Fouls vorkamen, gab es insgesamt 10 Zeitstrafen für Dachau (darunter einmal die rote Karte wegen 3x2 Minuten und das letzte Foul war die einzig berechtigte 2-Minuten-Strafe) und 6 auf Seite der Pfaffenhofener.
Trotz der beiden Schiedsrichter entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Einmal legte Pfaffenhofen vor, Dachau glich aus. Einmal legte Dachau vor, Pfaffenhofen glich aus.
Das blieb bis zum 23:23 so. Dann im Angriff wieder ein kleiner Durchhänger mit 2 Fehlpässen und einem Fehlwurf, im Gegenzug jeweils ein Treffer von Pfaffenhofen und so stand es dann 24:27. Nochmal auf 26:28 verkürzt. Und in der 56. Minute witterte man dann nochmal die Chance. 2x2 Minuten wegen Mecker für Pfaffenhofen, im Gegenzug wieder eine unnötige für Dachau. 2 Minuten 5:5, und die letzten beiden dann in Überzahl. In der 58. Minute stand 27:30, man stellte auf Manndeckung um, mit einem Mann Überzahl. Man erkämpfte sich 3 mal den Ball, konnte 3 Tore erzielen, das letzte 20 Sekunden vor Schluss. Einen Tick zu früh, wie sich am Ende leider rausstellen sollte. Einmal Abwehr noch hieß es. Doch wie sollte es nun anders kommen, wieder 2 Minuten wegen einer normalen Abwehraktion. 10 Sekunden Gleichzahl, Freiwurf für Pfaffenhofen. Diese nutzten ihre Chance, verhinderten nochmal den Anwurf, was die rote Karte für Steve Göthl bedeutete, aber die Zeit für eine weitere gute Möglichkeit war zu kurz. So ging der letzte Wurf aus 16 Metern über das Tor und man kassierte eine bittere 30:31-Niederlage.

"Wie schon in den letzten Spielen stimmte der Einsatz und die Moral. Die Abwehr hat sich stabilisiert und auch die Wurfausbeute wurde besser. 3 mal holte man gegen den Tabellenführer 3 oder 4 Tore auf. Zum Ende hin wurde man leider nicht belohnt, auch weil man viel zu oft in Unterzahl agieren musste. Bei einer normalen Härteauslegung wäre dies vermutlich nicht der Fall gewesen. Man hatte den Tabellenführer am Rande einer Niederlage und hätte sich durchaus einen Punkt verdient gehabt, da kein Qualitätsunterschied sichtbar war. Es war ein Spiel auf Augenhöhe und an diesem Tag hat der Glücklichere gewonnen. Mit einer solchen Leistung wird man aber in den kommenden Partien sicher wieder Punkte einfahren."

Für den ASV spielten:
Schäfer, Holzer (Tor)
Konwitschny, Hanauer (4), Steinberger (10/8), Hamann, Gierke (5), Grund (4), Sauer (1), Pscherer, Guggenberger (2), Westermeier (1), Kirschner (1), Pröll (2)

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