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Zuviele Schwächephasen kosten den Sieg

Die ersten Herren des ASV Dachau haben ihr nächstes Auswärtsspiel in den Sand gesetzt und eine verdiente Niederlage bei der SpVgg Altenerding kassiert. Nach einer mehr als überzeugenden ersten Halbzeit (12:15) leisteten sich die Stadtwaldherren zuviele Schwächephasen, die die Hausherren, angepeitscht von einer tollen Kulisse, gnadenlos ausnutzten und am Ende einen verdienten Heimsieg einfuhren, der allerdings um das eine oder andere Tor zu hoch ausfiel (30:25).

Beide Mannschaften konnten mit einem großen Selbstbewusstsein auftreten. Der Gastgeber, nach einem unglücklichen Saisonstart mit zuletzt sieben Punkten am Stück, wollte vor den heimischen Fans die Serie ausbauen und den Anschluss ans obere Tabellenmittelfeld schaffen. Die Gäste fuhren mit einem erkämpften Punkt im letzten Heimspiel gegen Günzburg (24:24) nach Altenerding, um die Leistung auch im nächsten schweren Auswärtsspiel zu bestätigen. Vor vielen Zuschauern begann das Spiel auch erwartungsvoll, der schnelle Führungstreffer konnte zwar sogleich ausgeglichen werden (1:1), aber schon in den nächsten Angriffen stand die Defensive sicher und die Chancen vorne wurden hochprozentig abgeschlossen (1:4). Dass es auswärts verdammt schnell gehen kann, merkten die Dachauer in der folgenden Phase, als Unachtsamkeiten in der Abwehr und verworfene Abschlüsse zum schnellen Ausgleich führten (4:4). Ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe, wobei die Gäste in der ersten Halbzeit immer leicht die Nase vorn hatten. Die geschlossen stehende Abwehr wurde von einem gut haltenden Torhüter unterstützt und die vielen mitgereisten Dachauer Fans sahen ihre Mannschaft erneut vorne (6:8), doch kurze Zeit später war das Remis an der Anzeigetafel zu sehen (8:8). Schon hier merkte man das gewohnt schnelle Spiel beider Mannschaften, die fast jeden Angriff mit voller Geschwindigkeit ausspielten und so versuchten, die gegnerische Deckung zu überrumpeln. Ein kleiner Lauf sorgte für die erste größere Führung der Gäste (8:11), die nach einem Anschlusstreffer noch weiter ausgebaut werden konnte (9:13). Dieser Abstand konnte bis kurz vor Pausenpfiff gehalten werden, ehe es dem Gastgeber vorbehalten war, das letzte Tor in einer rasanten ersten Halbzeit zu erzielen (12:15). Eine stabile Deckung und variable Angriffe sorgten für ein verdientes Ergebnis zur Halbzeit, auch wenn es immernoch zuviele Fehlpässe gab und man sowieso nochmal dreißig genauso konzentrierte Minuten auf die Platte bringen musste, um in Altenerding zu bestehen.

Genau das wurde auch in der Halbzeit angesprochen, doch mit den Gedanken noch in der Kabine startete man in die zweite Halbzeit. Ungenaue Abspiele im Angriff und schnelle Gegentore sorgten dann nämlich für einen Lauf des Gastgebers, der binnen zweieinhalb Minuten die gute erste Halbzeit der Dachauer zunichte machte und das erste Mal im Spiel in Führung ging (16:15). Dann wachten die Stadtwaldherren auf und es begann erneut ein offener Schlagabtausch. Zunächst konnte das Spiel noch ausgeglichen gestaltet werden (17:17), doch die Heimsieben bekam immer mehr Oberwasser und ging das erste mal deutlicher in Führung (19:17). Dem Anschlusstreffer folgten zwei Tore der Altenerdinger (21:18), und man musste jetzt aufpassen, dass das Spiel nicht vorschnell entschieden wird. Die Deckung stabilisierte sich und der Anschluss war geschafft (21:20), wenige Minuten später stand das Spiel wieder auf Null und der Ausgang der Partie war völlig offen (22:22). Was dann folgte war eine erneut zu lange Schwächephase, die das Spiel diesmal entschied und die Stadtwaldherren mit langen Gesichtern hinterließ. Zuviele gut herausgespielte Chancen wurden vergeben, entweder man scheiterte am Gebälk oder am gut aufgelegten Torhüter des Gastgebers, in der Deckung wurde zwar verbissen gekämpft, aber dann konnten die Altenerdinger immer wieder eine Lücke finden und wenn der Ball mal erkämpft wurde, dann war er aufgrund technischer Fehler gleich wieder weg. Dass in dieser Phase die eine oder andere Schiedsrichterentscheidung zugunsten der Heimsieben ausgefallen ist spielt zu guter Letzt dann auch noch mit rein. Die ansonsten gut leitenden Schiedsrichter Pernet (TSV Röthenbach) und Werner (SG Regensburg) hatten mit dieser harten, aber immer fairen Partie keinerlei Schwierigkeiten und pfiffen dieses beinahe schon "Lokalderby" genannte Match souverän. Die Altenerdinger nutzten in dieser Phase jede Möglichkeit konsequent und nach diesem Lauf bebte die Halle (28:22). Genug Zeit war zwar noch vorhanden, um auch diesen Rückstand aufzuholen, aber die Körpersprache sagte etwas Anderes und die Gäste konnten den Spielstand nicht groß verkürzen (29:25). Dafür war dann doch zu wenig Restspielzeit auf der Uhr und erneut war es dem Gastgeber vorbehalten, das letzte Tor zu erzielen und den Deckel draufzumachen auf eine spannende Landesligapartie, die am Ende im Gastgeber den verdienten Sieger fand (30:25).

Nach einer tollen ersten Halbzeit brachten sich die Stadtwaldherren leider selbst um den verdienten Lohn. Solche Schwächephasen sind auswärts schwer zu bewältigen und darf man sich in dieser Form auch nicht leisten. Das Endergebnis schmälert ein bisschen die Leistung der Gäste, die insgesamt ein gutes Spiel machten und sich lange Zeit in Front sahen. Angepeitscht von den Zuschauern nutzten die Altenerdinger die aufkommenden Schwächephasen eiskalt aus und gewannen am Ende dank einer ihrerseits tollen zweiten Halbzeit verdient, wenn auch um ein paar Tore zu hoch. Jetzt heißt es für die Dachauer Mund abwischen, die Fehler analysieren und im nächsten Heimspiel (28.11.15, 16:00 Uhr gegen TV Memmingen) über die volle Distanz ihr wahres Gesicht zeigen.

Für die Dachauer spielten: Valentin Hagitte, David Braun und Christian Pröll im Tor; Maxi Hauß (3), Viktor Schwalbe (2), Mathias Hubrich (1), Julian Hagitte (6/2), Matthias Fuchs (5/1), Marcin Szulc (1), Maxi Walk (2), Benedikt Hagitte (5), Rene Sperrer, Ferdi Hauß und Matthias Hauß.

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